Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512523
Rafaelß" 
ßlulersclzuleoz nach 
Tod. 
389 
noch bei Rafael studirt haben. Dergleichen Angaben liessen 
sich noch manche auffinden, die indessen für die Kimstge- 
schichte eben so unersprieslich bleiben dürften, als sie auch 
meist sehr unzuverlässig sind und auf blossen Muthmassuil- 
gen beruhen.  
Aus diesen kurzen Mittheilungen über die Schüler Ra- 
faePs stellt sich indessen genugsam heraus, wie bald nach 
dessen Tode seine Darstellungsweise sich in ganz Italien 
verbreitete und beinahe herrschend wurde. Nur in der 
Schule der Venetianer blühete noch ein lebendiges, eigen- 
thümliches Princip der Malerei und erhielt sich lange Zeit 
von fremdem Einliuss frei. In Florenz verfiel die Kunst 
immer mehr in flache Nachahmung der Manier des Michel 
Angelo. In der Lombardei suchte Parmegianino nach dem 
Tode des Coreggio dessen Behandlungsweise mit der der 
Römischen Schule zu vermitteln, verfiel aber in eine sehr 
gesuchte Manier. In Mailand hatte Leonardo da Vinci eine 
zahlreiche Schule gegründet; allein auch sie vermochte nicht 
ihre Selbständigkeit gegen den Einfluss Rafaefs zu be- 
haupten, wie ich dieses schon von Cesare da Sesto ange- 
fuhrt habe, und Bernardino Luini, obgleich er anfänglich 
dem Leonardo ausschliesslich folgte, neigte sich später" 
hin immer mehr zu Rafael hin. Auch Girolamo Alibi-andi 
aus Messina befolgte einen ähnlichen Gang, wozu nicht 
wenig die Kreuztragung Christi, welche Rafael nach 
Palermo gesendet hatte, mag beigetragen haben, da sie 
überhaupt einen mächtigen Einünss auf die Künstler jener 
Insel ausübte. In Siena hatte sich zwar die Malerkunst 
nach hiuidertjährigem Schlaf wieder zu neuem Leben auf- 
geraiit und erhielt durch Baldassare Peruzzi, Gio. Antonio 
Razzi, Jacopo Pacchiarotti und Domenico Beccafumi einen 
neuen Glanz; aber grade diese Meister sind es, welche 
dem überwiegenden Genius RafaeYs nicht zu widerstehen 
vermochten, ihre Individualität mehr oder weniger auf- 
gaben und in einer dritten Periode zu Manieristen her- 
absanken.  
Aber nicht allein Werke Rafaefs, die in verschie- 
denen Städten Italiens dessen hohen Ruhm bestätigten,
        

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