Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512502
Bernarzlin 
und 
Orley 
Coxcie. 
387 
dürften, wenn sie von Andrea sind, von ihm gemalt worden 
sein, bevor er die Werke Rafaefs kennen gelernt, indem 
sie eine ganz verschiedene Behandlungsweise zeigen. Er 
bildete Viele Schüler, die aber alle Manieristen wurden; 
am ausgezeichnetsten ist noch Francesco Santafede. 
Zu den Schülern Rafaefs sind auch einige Ausländer 
z" TCCIIIICIII Unter den Niederländern vor allen Bernardin 
van Orley, ein talentvoller Maler, der schon Ausgezeichnetes 
geleistet hatte, als er nach Italien kam und hier eine neue 
Manier annahm. Man kann indessen nicht sagen, dass er 
dadurch sehr gewonnen habe, indem er von seinem Bestre- 
ben charakteristisch zu sein, in das nach Idealisirung ver- 
liel, dadurch seine Individualität verlor, ohne den Sinn für 
höhere Schönheit und eine tiefere Anschauungsweise, wie 
sie die grossen Meister in Italien besessen, zu erwerben. 
Auch seine Färbung, die früher frisch und saftig war, verf 
lor den Schmelz der Niederländischen Schule und wurde 
besonders in der Carnation trocken und metallgliiizzend. 
Beweise für diese Behauptung liefern zwei seiner ausge- 
zeichnetsten Werke, eins in der friihern, das andere in der 
spätern Behandlungsweise. Ersteres, ein Dnppelbild, zeigt 
die Ausgiessung des heiligen Geistes und die Verfolgung 
der Apostel in der Gemäldegallerie des Belvedere zu Wien 
mit der echten Inschrift: Bernart van Orlei. Das andere 
Bild, in der spätern Weise ausgeführt, ist das jüngste Ge- 
richt in der Jacobskirche zu Antwerpen, mit Portraitbildern 
von van Hemsen  zu beiden Seiten- 
Michael Coxcie aus Mechlen, Schüler des Bernardin 
van Orlej, scheint mehr ein Nachahmer, als ein Schüler 
Rafaefs gewesen zu sein. Zum WGUigStQll haben wir keine 
lNlachricht, dass" er früher als im Jahr 1532 in Rom ge- 
wesen, und seine Frescomalereien zu Rom in der Kirche 
S. Maria dell' Anima zeigen nur, dass er sich entfernt 
dem Rafaelischen Style genähert. Er nahm aber noch mehr 
als Bernardin van Orley die italienische Behandlungsweise 
an und beförderte deren Verbreitung in seinem Vaterlande. 
meine 
Siehe 
England und Belgien 
25 I" 
durch 
Kunstreise 
382.
        

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