Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512488
BWHOIOITICO 
Bagnacavallo. 
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Bildes gelangte, um es mit dem lieblichen Madonncilbilxl- 
chen in derDresdner Gallerie vergleichen -und entscheiden 
zu können, ob die Angabe, dass dieses letztere Avon Vin- 
cenzo da San Gcminiano herrühre, als wohlbegründet an- 
zusehen sei. 
Von Bartolomeo Ramenghi aus Bologna (auch Bagna- 
cavallo genannt, da seine Familieiails diesem Orte stammte l), 
wissen wir durch Vasari, dass er nur kurze Zeit in Rom 
verweilte. Indessen eignete er sich unter RafaePs Leitung 
viel von dessen Darstellungsweise an, besonders in Bezug 
auf allgemeine Disposition, Färbung und breite Behand- 
lungsweise; Tiefe der Charakteristik und Strenge der Zeich- 
nung erreichte er nie in einem hohen Grade. Dass er auch 
in Bologna das herrliche Gemälde der h. Cäcilia von Ihr; 
fael studirte, ergibt sich augenfällig aus der von ihm ge- 
malten Altartafel in der Dresdner Gallerie, auf weicher die 
Madonna von vier Heiligen umgeben; denn nicht allein die 
starke Färbung und glühende Carnation erinnern lebhaft an 
jenes Rafaelische Bild, sondern die Figur des Apostels Pau- 
lus ist auch der in jenem Gemälde sehr ähnlich. Bagna- 
cavallo brachte die Behandlungsweise RafaeYs zuerst nach 
Bologna; um aber eine tüchtige Schule nach dessen Prin- 
cipien zu begründen, fehlte es ihm eben sowohl anStreng-e 
in seiner Kunst, als an persönlichen Eigenschaften. 
Von Tommaso Viucidore, einem andern Schiller Ra- 
fael's aus Bologna, wissen wir durch Albrecht Di'1rer's Tage- 
buch, "dass er im Jahr 1520 in Antwerpen dessen Bild- 
niss malte, welches Andreas Stock 1629 in Kupfer ge- 
stochen hat. Mehreres soll er in Cremona gearbeitet ha- 
ben, wovon aber nichts mehr vorhanden zu sein scheint. 
Zu untersuchen bleibt, 0b ein Stich von CorneliusyCort nach 
dem Deckengemälde eines Olymps wirklich von der Erfin- 
dung des Vincidore ist, wie angenommen wird, obgleich 
dessen Name nicht dabei steht.  
Noch dürfte hier Innocenzo Francucci da. Imola, ein 
1) Dom. Vaccalini della vita e delle pitture 
menghi detto Bagnacavallo. Lugo 1835. 8. 
I. 
dki Bartolomeo 
25
        

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