Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512437
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Roznrmo. 
Giulio 
seine grossartigen Anlagen durch die herrlichen Malereien 
imalten Palast aus der Geschichte des Trojanischen Krie- 
ges, und zeigte die ganze Fülle seines schöpferischen Gei- 
stes in dem von ihm erbauten und mit verschiedenartigen 
Gegenständen ausgesehmiickten Palast del Te. Es würde 
hier zu weit führen ausführlich über diese Werke zu be- 
richten; wir verweisen auf das von Heinrich Meyer in den 
„Propyläen" darüber Gesagte. Nähere Aufschlüsse aber über 
die verschiedenen Gehiilfen und andere Nachweisungen ge- 
wvähreil die Notizen der Auslagen für diese, Arbeiten im 
Hausarchiv der, Gonzaga zu Mantua. Von den nach Giu- 
li0's Leistungen in Mantua bis jetzt erschienenen Stichen 
sind die meisten nur wenig befriedigend; die besten wur- 
den noch bei seinen Lebzeiten von Giorgio, Adamo und 
Diana Ghisi gefertigt. 
Giulio war aber nicht allein in der Malerkunst, son- 
dern auch in der Architektur Rafaefs würdiger Nach- 
folger. Als dessen Schüler hatte er, wie Vasari berichtet, 
bereits die meisten archi, chen Skizzen desselben ins 
Reine gezeichnet und auf eise Kenntniss in der Bau- 
kunst erlangt. Wie er aber in der Malerei den Charakter 
des Mächtigen dem des Edeln und des Anmuthigen vorzog, so 
auch in der Architektur: deun auch hier suchte er mehr durch 
das Massenhafte zu imponiren, als durch hohes Ebenmass und 
elegante Formen dem Auge gefällig zu erscheinen. Zwar hatte 
schon Rafaeldem untern Geschoss durch ein starkes Rustico 
ein massives Ansehn zu geben gesucht; Giulio Romano hielt 
es nun noch mächtiger und wendete bei 'l'hüren und Fen- 
stern das wagerechte Gewölbe an, welches man selbst als 
seine Erfindung ansieht. Die Pilaster der obern Geschosse, 
statt mit einem capitälartigen Schluss verziert zu sein, ver- 
binden sich meist bei ihm mit dem friesartigen Theil unter 
dem Gebälke. Wo er einen wirklichen Fries anwendete, 
hielt er ihn gerundet, um, in Übereinstimmung mit dem 
Ganzen, ihm auch mehr Fülle und den Charakter des Mas- 
senhaften zu geben. In Rom, noch häufiger in Mantua 
zeugen viele nach Giulio Romands Plänen erbaute Häuser 
von dessen ausgezeichnetem Talent für Architektur. Bei
        

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