Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512427
Romano. 
(lizelio 
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genthiimlichen Schmelz, und da er sich beim Ölmalen in 
den Schattentheilen oft des Lampenrusses bediente, so l1a- 
ben .die meisten seiner Bilder mit der Zeit stark nachge- 
dunkelt. Sein feuriges Temperament war viel geeigneter 
ein grossartiges Naturleben darzustellen und in flüchtigen 
Skizzen meisterhaft zu entwerfen, als tiefgemiithliche, be- 
ziehungsreiche Gegenstände mit Sorgfalt auszuführen, wie 
es kirchliche Bilder erheischen. Indessen hat er auch hierin 
ungewöhnliches geleistet, wie dieses mehrere seiner bessern 
Ölgemälde, die er bald nach RafaeP Tod unternahm, auf 
eine glänzende Weise bezeugen. Hiezu gehört namentlich 
die Steinigung Stephani in der Kirche dieses Heiligen zu 
Genua, in welchem Bilde der Gegenstand eben so leben- 
dig, als wilrdevoll dargestellt ist; sodann die Tafel des 
Hauptaltars der Kirche S. Maria dell' Anima in Rom für 
die Augsburger Familie der Fugger ausgeführt. Es ist dies 
ein prachtvolles Bild, in welchem die Madonna und die sie 
umgebenden Heiligen in einer reichen Architektur darge- 
stellt sind. Auch die heilige "ammilie mit der Badewanne in 
der Dresdner Gallerie gehörjden ausgezeichneten Öl- 
bildern des Giulio aus seiner 155m Epoche. 
In der Behandlung mythologscher Gegenstände, wel- 
che er in Rom ausiiihrte, zeigt sich schon entschiedener 
seine kiihne Darstellungsweise. 'I'ragen nun auch die un- 
tergeordneten Malereien in der Villa Madama eher einen anmu- 
thigen Charakter, so weit sie überhaupt ihmihangehören- 
(denn ein Theil derselben dürfte von Giovvziiüi "da Udine 
herrühren), so tritt doch in der mächtigen Gestalt des 
Polyphem des Giulio späterere Eigenthümlichkeit schon 
sprechend hervor. Auch die kleinen Frescobilder im Saal 
der Villa Lante mit Darstellungen aus den römischen Sagen 
und Geschichten, die sich auf den Janiculus beziehen, ob- 
gleich sie, ihres beschränkten Formats wegen, ihm nicht ge- 
stattet haben, sein grossartiges Talent frei zu entwickeln, 
zeigen ihn schon ganz entschieden derb und humoristisch 
in seiner Auftassungs- und Darstellungsweise. Aber erst in 
Mantua, wohin er durch Vermittlung des Grafen Casti- 
glione im Jahr 1524 berufen wurde, entwickelte er völlig
        

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