Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512393
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Timoteo 
Vili 
h. Jungfrau mit dem Christkinde im Schoos; zu ihren 
Füssen sitzt ein Engelkixabe, welcher die _Vi0linc spielt; 
links steht S. Crescentius, die Fahne von Urbino haltend; 
rechts S. Vitale. Die Köpfe erinnern an die Bildungen des 
Francia und des Pietro Perugino. Dieses interessante Ju- 
gendwerk des Timoteo besitzt nun die Pinakothek der Brera 
in Mailand. Zu seinen damals gefertigten Bildern zählt 
Vasari eine h. Appolonia in der Kirche S. 'l'rinita jener 
Stadt. Es ist kalt und trocken in Zeichnung, Farbe und 
Ausdruck und hat überdies sehr gelitten, so dass es allen 
Reiz verloren hat, den es früher vielleicht besass. Nicht 
viel anziehender ist das von Timoteo im Jahr 1504 gefer- 
tigte Bild für die S. Martins-Capelle im Dom zu Urbino, 
nun in der Sacristei daselbst. Es zeigt die sitzenden ,Bi- 
schöfe S. Martinus und S. Thomas, nebst zwei zu ihren 
Fiissen knienden Donataren, von denen der eine den Bischof 
Giampietro Arrivabene von Mantua vorstellt, aus dessen Ver- 
lassensdiaft obige Capelle durch Timoteo Vitiniid Girolamo 
Genga ansgeschmückt wurde.  Noch unbedeutender, ab- 
gleich der Rafaelische Einfluss darin unverkennbar ist, er- 
scheint eine heilige Familie in halben Figuren, welche sich 
im Oratorium Grotte di S. Giuseppe zu Urbino beündet. Ti- 
moteo hatte jedoch auch ausgezeichnete Werke für die Kirchen 
seiner Vaterstadt ausgeführt, die aber jetzt in Museen prangen. 
S0 das schöne Bild aus der zweiten Epoche des Meisters, 
eine büssende Magdalena vorstellend, welches aus dem Dom 
von Urbino zuletzt in die Pinakothek zu Bologna gelangte. 
In einer langen, härenen Bekleidung und kurzem rothen 
Obergewand steht die Biissende vor ihrer Höhle, eine herr- 
liche Gestalt, welche eben so schön in ihrer Bildung ist, 
als würdig im Ausdruck der Reue lllld himmlischen Verlan- 
gens. Auf einem 'I'äfelchen liest man folgende Inschrift: 
Deo optimo et Mariae-Magdalenae Lodowicus Amatutius ar- 
chipresbiter sancti Cipriani dicavit.  Nicht minder grossen 
Ruf erhielt das Altarblatt ehedem in der Capelle der Fa- 
milie Bonaventuri in der Kirche S. Bernardino (ehedem 
Siehe 
Pungileoni
        

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