Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512321
Ifufaelk Bildnisse. 
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Auf diese Weise hat ihn auch Giulio Bonasone  in 
einem Portraitkopf mit Ivlinzufiigilng seines Namens dar- 
gestellt, so dass über die Frage, wen es vorstellt, kein 
Zweifel obwalten kann. Sind nun zwar in diesem Bildniss 
seine Züge fast unförlnlich stark, oder vielmehr aufge- 
dunsen, vielleicht eine Übertreibung des nicht fein auffas- 
senden Zeichners, so erkennt man dochgnoch in allen Thei- 
len dieselben Grundformen, die offene Stirne, die starken 
Augendeckel, den vollen Mund, wie sie uns die Portraite 
des Meisters in seinen jüngern Jahren zeigen. 
Auch gibt es noch zwei.-andere Bildnisse RafaePs dem 
vorhergehenden ähnlich. Das eine befindet sich auf einem 
Gemälde im Pariser Museum, gewöhnlich Rafael und sein 
Fechtmeister genannt 2). Das andere malte Giulio Romano 
oder einer seiner Schüler al Fresco in einem Zimmer der 
von ihm erbauten und ausgeschmiickten Villa des Kanzlei- 
präsidenten Baldassare 'l'xirini, jetzt Villa Lante genannt 
und im Besitz des Prinzen Borghese. In dieser auf dem 
Janicillus gelegenen schönen Villa sind die Deckengewölbe 
zweier Zimmer immer mit vier Portraiten in Medaillons ver- 
ziert. In dem einen sind es weibliche Bildnisse, unter de- 
nen Geliebte RafaeYs, genau wie ihr Portrait im Palast 
Barberinig" in dem andern Zimmer zeigen- die Medaillons 
vier männliche Bildnisse, von (lellell eines Dante, das zweite 
Petrarca, das dritte Bafaefn, bis auf Kleinigkeiten, genau 
wie in dem Bilde zu Paris darstellt. Da wir nun drei mit 
einander völlig übereinstimmende Portraitc besitzen, welche 
stets als die des grossen Urbinaten gegolten haben, so kann 
wohl nicht bezweifelt werden, dass Rafael, wie er auf den- 
selben dargestellt ist, wirklich in seinen letzten Lebensjah- 
ren etwas stärker geworden und nach damaliger allgemeiner 
Sitte der Künstler einen kurzen Bart getragen habe. 
Noch gibt es unzählbar viele Bildnisse, sowohl in Öl 
und in Fresco, als in Zeichnungen und Kupferstichen, 
welche Rafael vorstellen sollen. Unter diesen, soweit sie 
1) Bartsch P. G. XV p. 171. No. 847.  
2) Siehe das Nähereim Verzeichniss der Werke RafaePs N0. 278. 
l. Q4
        

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