Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512306
Rafa el's 
Bilzlniss. 
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welchem der junge schlafende Soldat von überaus feiner 
Bildung für dessen Bildniss ausgegeben wird. F. Rehberg 
hat eine Lithographie davon geliefert. 
Als er das Alter von 20 Jahren erreicht, portraitirte 
ihn Pinturicchio im Frescobild der Heiligsprechung der Ca- 
tharina von Siena in der Libreria des Doms zu Siena. Er 
erscheint hier von überaus lieblicher Bildung. In der Haltung 
des Kopfes hat das Portrait Ähnlichkeit mit dem bekannten 
in der Florentiner Gallerie. Die Form der Nase ist voll 
und fein; die braunen Augen decken starke Augenlieder; 
der Mund ist von lieblicher Fülle." Die hellbraunen Haare, 
die voll und leicht geringelt auf Nacken und Schultern fal- 
len, bedeckt ein schwarzes Barett mit goldner Schleife. 
Die Jacke ist nach Frescoart frei in der Farbe behandelt 
und spielt vom Röthlichen ins Grüne. Der Mantel ist blau, 
die Beinkleider dunkelroth, die Schuhe schwarz mit gelbem 
Umschlag 1). 
Von einem Jugendfreunde Rafaefs alisgeiiihrt scheint 
das Bildniss in schwarzer Kreide, mit Weiss gehöht, wel- 
ches sich in der Sammlung des Generals William Guise in 
Christ Church College zu Oxford befindet. Auch hier ist 
Rafael in einem Alter von etwa 20 Jahren dargestellt, 
nach der linken Seite gewendet, in drei Viertheil gesehen, 
mit langem Haar und schwarzem Barett auf dem Kopf, 
in zwei Drittheil Lebensgrösse, Wahrscheinlich ist dieses 
Portrait dasselbe, welches Bottari nach Piacenza's Angabe 
bei Benedetto Luti gesehen, nachmals in die Sammlung 
von William Kent gekommen, und irrthiimlich dem Leo- 
nardo da Vinci zugeschrieben werden ist; allein in der 
Behandlungsweise ist es so ganz verschieden von der des 
grossen Meisters, und so flach in der Auffassung, dass 
es scheint, als habe Bottari, in seinem Eifer, merkwürdige 
Portraite Rafaefs aufzufinden, sich auch bei dieser Zeichnung 
irre führen lassen.    
Schon kennen wir das reizende Bildniss, welches Ra- 
über diese Portraitügur schon 
W38 
1) Siehe 
ist. 
den 
74 gesagt wor-
        

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