Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512208
Angela 
[Vlichel 
Rafael. 
und 
357 
ist er je IIHClI den Nationen, den Zeiten und den Gebräu- 
chen immer verschieden in Bekleidung und Manieren. ln 
der Drappirung ist er wundervoll        Noch füge 
ich hinzu, dass, was die Proportionen des Körpers anbe- 
langt (worin das Ilöchste in der Kunst besteht), Rafael im- 
mer ein solches Mass beobachtete, dass nichts in dieser 
Beziehung zu wünschen übrig bleibt.    . Was die Er- 
findung (Composition) anbelangt, so ist sie immer so, dass 
man sich die Handlung nicht besser und anders vorstellen 
kann. lm Colorit, höre ich sagen, dass Rafael alle dieje- 
nigen weit hinter sich liess, welche jemals in Rom und 
Italien gemalt haben, wie seine Portraite und andere Ge- 
mälde hievon Zeugniss geben." Hier verbreitet sich der 
Verfasser, im Widerspruch mit dem eben Gesagten, in ein 
Lob über 'l'itian's unerreichtes Colorit und über die Stärke 
des Ausdrucks in der Gruppe des Laokoon, und fährt dann 
fort: „Dieser edle Anstand, die bis ins Kleinste gehende 
Beriicksichtiguilg und diese reizende Vollendung der Kunst 
finden sich nun in allen Werken RafaePs. Daher sich nicht 
zu verwundern, dass er zu seinen Lebzeiten von allen aus- 
gezeichneten Personen und allen schönen Geistern, die da- 
mals lebten, geliebt und verehrt wurde, so dass, nachdem 
er gestorben, er einen grossen Ruf und die Bewundrnng 
der ganzen Welt hinterlassen hatte, und jedes Blättchen 
und jede Zeichnung von ihm gleich einer Gemme oder wie 
Gold geschätzt wird. Dieses sind zum Theil die Ursachen, 
weswegen, nach meinem Urtheil, mir die WVerke Ilafaefs 
mehr Vergnügen gewähren, als die des Michel Angelo." 
Obgleich dieses Urtheil keine tiefe Einsicht in das 
Wesen der Kunst verräth, so darf man es doch als das 
Echo der damaligen allgemeinen Kunsiansichteil der Gelehr- 
ten betrachten, daher ihm hier eine Stelle eingeräumt wor- 
den. Vernehmen wir auch noch die Ansichten eines Ma- 
lers aus dem 16. Jahrhundert, des Lomazzo  welcher von 
den sieben Bestandtheilen der Malerei, hier nalnentlich von 
Paolo 
Lomazzo 
del 
Idfja 
della Pittura. 
Tempio 
Milans)
        

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