Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512010
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Altartafel für 
Luce. 
Monte 
auch, dass die so lang ersehnte Altartafel endlich _in der 
Klosterkirche aufgestellt wurde; doch erlebte die Äbtissin 
Battista die Erfüllung ihres mit so viel Eifer und Ausdauer 
betriebenen Wunsches nicht mehr, indem sie bereits am 523. 
März 1523 verschied   
Es ist interessant und ilnterrichtend, die Arbeiten (icr 
drei Schüler Rafaefs an demselben Werke zu untersuchen 
und deren Eigenheiten kennen zu lernen. Der Art des 
Meisters am nächsten ist die Ausführung des Giulio R0- 
mano. Zwar darf man bei ihm nicht dieselbe Feinheit der 
Zeichnung und des Ausdruck erwarten, noch dasselbe Ge- 
fühl fürs Colorit; doch aber sind erstere lebendig, letz- 
teres ist leuchtend und harmonisch und durch einen 
mehr ins rothbräunliehe gehenden Ton der Schatten in der 
Carnation beinahe glühend. Da bei der Untermalung die- 
ses Bildes kein Lampenruss war angewendet worden, so 
haben die Schatten auch nicht "nachgedunkelt. Sehr ver- 
schieden ist die Art der Ausführung des Penni: In der 
Zeichnung ist er zwar studirt, aber ohne -Leben; in der 
Färbung kalt, ohne Schmelz, und wenn in einzelnen Theilen 
auch wahr, doch im allgemeinen grau in den Schatten und 
Halbtönen der Carnation. Dass Berto di Giovaxmi aus Pe- 
rugia sich nach Rafael zu bilden suchte, bezeugen zwar die 
noch in der Sacristei der Klosterkirche vorhandenen Pre- 
'dellabilder; allein er erscheint darin als ein wenig begabter 
Künstler, ohne Talent für Composition, ohne lebendige 
Auffassung und schwerfällig im Ton der Färbung. Einige 
weitere Nachrichten über ihn befinden sich in den im An- 
hang beigefügten Notizen über die Umbrischen Maler des 
I5. Jahrhunderts und die Schüler des Pietro Perugino. 
Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass Rafael bei 
1) Diese Notiz beündet sich im Buch des Klosters folgender- 
massen verzeichnet: 1525 Alli 21 di Giugno fu portata da Roma 1a 
Cona. nostra finita di dipingere, cnme dicemmo esser stato ordinata 
dalla R. M. Suor Battista fatta fare per PAItare della chiesa di 
fuori. 
Questa Suor Battista mori ai 23 di Marzo 1523 e non vide 
compita Popera che ordinö.
        

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