Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511990
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Reihefolge 
Zweite 
der 
Tapeten. 
Der dargestellten Päpste, vom Apostel Petrus anfan- 
gend, sind acht, und vierzehn die sie begleitenden allego- 
rischen Figuren. Dreizehn kleine in gelber Bronzefarbe ge- 
Jnalte Bilder schmücken den Sockel und werden von Carya- 
tiden mit den Sinnbildern der Mediceer von einander ge- 
sondert. Nähere Angaben hierüber enthält das Verzeich- 
niss im zweiten Theile. 
Noch ein anderes von Rafael angefangeues Werk liess 
Papst Clemens VII durch Giulio Romano ausführen; näm- 
lich seine Villa auf dem Monte Marie, jetzt Madama ge- 
nannt. Da indessen nur die grossartige Ilauptaillage des Ge- 
biiudes dem Rafael angehört l), die Ausführung aber S0- 
wohl in architektonischer, als decorativer Hinsicht von sei- 
nem Schüler ist, so beschränke ich mich hier auf diese we- 
nigen Angaben über die reizende Villa. 
Auch an der zweiten Reihefolge der gewirkten Tape- 
ten, welche Darstellungen aus dem Leben Christi, vom 
Kindermord an, bis zur Ausgiessung des heiligen Geistes 
enthalten, hat Rafael nur etwa durch Fertigung einiger Ent- 
würfe Antheil genommen. Aus einer früheru Mittheilung 
wird noch erinnerlich sein, dass Franz I König von Frank- 
reich bei der Canonisation des h. Franciscus de Paula im 
Jahr 1519 besagte Tapeten für die Peterskirche fertigen zu 
lassen sich anerboten und die Cartons dafür aller Wahr- 
scheinlichkeit nach bei Rafael bestellen liess. Dieser starb 
jedoch bald darauf und hinterliess für jene Tapeten nur 
die Zeichnung eines ,Kindermords und einige andere leichte 
Entwürfe, von denen die Anbetung der Hirten und die der 
Könige noch vorhanden sind. Auch die Ausgiessung des 
heiligen Geistes dürfte nach einem Entwurf Rafaefs ins 
Grggää, übertragen worden sein. Alle übrige Compositionen 
1) Dieses bezeugt nicht nur Vasari, sondern geht auch aus ei- 
nem Briefe des Grafen Castiglione vom 13. August 1522 an den 
Herzog von Urbino hervor, da durin die Rede ist von einem Briefe 
RafaeFs, worin er die Villa, welche er für den Cardinal de' Medici 
baue, beschreibt. Siehe Pungileoni p. 181. und mein Verzeichniss der 
Werke RafaePs.
        

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