Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511984
Die 
Taufe 
Consiantirfs. 
335 
Das (lritte grosse Wandbild stellt die Taufe Constan- 
tin's durch Papst Sylvester in der Taufcapelle des Lateran 
dar, Der Kaiser kniet in dem mit Stufen umgebenen Becken, 
mid der Papst, hier Clemens VII, vollzieht das Sacrament. 
Diaconen, Chorknaben nebst dem Kreuzträger umgeben zu- 
nächst die IIandlung. In dem gekrönten Jüngling in fürst- 
licher Kleidung erkennt man Crispus, den Sohn Constantints, 
der der Sage nach mit seinem Vater vom h. Sylvester die 
'l'aufe erhielt. Ihm gegenüber steht der Rhodusritter und 
Ilofcavalier Niccolo Vespucci, der bei Clemens VII in be- 
sonderm Ansehn stand. Da dieses Gemälde mehr eine Ce- 
remouie darstellt, als eine Handlung, worin Gemüthsbewe- 
gungen oder Leidenschaften ins Spiel kommen, so lässt sie 
ziemlich kalt. Der Carton dazu, so wie die Ausführung 
scheinen von Gio. Francesco Penni, wie dieses auch schon 
von Scanelli angenommen wird. 
Das vierte der grossen Wandgemälde zeigt uns. Constan- 
tin den Grossen, wie er, nach der auf einer angeblichen 
Schenkungsacte beruhenden Sage, dem Papst die Herrschaft 
über Rom ertheilt. Hier sehen wir in der alten Peters- 
kirche den h. Sylvester auf luäpstlichem Throne und vor 
ihm kniend den Kaiser, welcher in der goldenen Statue der 
Roma demselben symbolisch die Herrschaft über die Welt- 
stadt ertheilt. Kaiserliches Gefolge, die hohe Geistlichkeit 
und schweizer Leibwache umgeben sie zunächst, während 
sich das Volk zwischen den Säulen neugierig verdrängt. Va- 
Sari sagt, dass sich unter ihnen die Portraite des Grafen 
Castiglione, des Giulio Romano, des Pontano und des Ma- 
rnllo befänden, welche jetzt aber nicht mit Gewissheit an- 
zugeben sind. Den Vorgrund nehmen mehrere schüngrilp- 
pirte Weiber und Kinder ein; der Knabe, der mit einem 
Hunde spielt, ist jedoch, wenn auch eine anmuthige, doch 
für die Handlung im Innern der Kirche unangemessene 
Episode. Der Carton dieses Bildes wurde wohl von Giulio 
Romano, die Malerei selbst aber von Rafael dell Colle aus- 
geführt: die warme Färbung und leichte Behandlungsart 
stimmt ganz mit andern Frescomalereien des Letzteren im 
Urbinischen überein. 
        

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