Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511951
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Der 
Saal 
Constantirfs. 
für die 'I'aufe Constantiifs, noch für die Übergabe Roms, 
noch zu den einzelnen Figuren der Päpste mit den sie 
begleitenden 'l'ugenden und den kleinen Sockelbildern hatte 
er, mit Ausnahme der zwei bereits erwähnten allegorischen 
 Figuren, etwas mehr als die allgemeine Anordnung skizzirt. 
Die Decke wurde selbst erst viel später von Tomaso Lau- 
retti aus Palermo unter Gregor XIII angefangen und unter 
Sixtus V im Jahr 1585 vollendet. 
Ich habe schon angegeben, dass Rafael diese Malereien 
in Öl auszuführen gedachte und bereits die zwei Figuren 
der Gerechtigkeit und Sanftmuth durch seine Schüler hatte 
malen lassen. Die ganze Arbeit aber, die durch seinen Tod 
unterbrochen, wurde sogar unter der Regierung Hadrian VI 
völlig aufgegeben, und erst unter Clemens VII wieder auf- 
genommen. Indessen mochten Giulio Romano und Gio. Fran- 
cesco Penni die Beobachtung gemacht haben, dass Ol- 
farben nie das Leuchtende der Frescomalerei haben, leicht 
nachdunkeln und hiedurch. eine trübe Stimmung erhalten. 
Sie entschlossen sich daher den zum Ölmalen Vorbereite- 
ten Bewurf herunterschlagen zu lassen und in Gemeinschaft 
mit Giovauni da Lione und Rafael del Colle, den Schülern 
des Giulio, die Malereien in F resco auszuführen. Nur die 
zwei schon gemalten allegorischen Figuren bleiben stehen 
und geben noch Zeugniss der frühern Absicht. 
Der chronologischen Reihefolge nach haben wir nun 
zuerst unser Augenmerk auf die Verheissung an Constantin 
zu richten. Die Erscheinung des Kreuzes selbst, bei wel- 
chem die Worte:  diesem wirst du siegen  erblickt 
man in einem von Wolken umgebenen Glanze von drei En- 
geliüaben gehalten. Der Kaiser auf einer Tribune vor sei- 
nem Zelte stehend, hält eine Anrede an die Anführer (Dra- 
conarii) über den ihm verheissenen Sieg über Maxentixis. 
Diese in lebhafter Bewegung, scheinen davon voll Muths, 
andere aus dem Hintergrund herbeieilende Krieger verkün- 
den dem Kaiser das Wunder. In der Ferne sieht man die 
Brücke des Aelius nebst andern antikrömischen Monumen- 
ten, welche jetzt zum Theil nicht mehr stehen. Die Be- 
handlungsart der Frescomalcrei zeigt unverkennbar, dass sie
        

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