Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511852
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Rafilelk 
Testament. 
Gegenständen der Kunst besass. Zugleich ertheilte er ihnen 
den Auftrag, mit Genehmigung der Besteller die von illm nun 
angefangenen Arbeiten zu vollenden. Seine Grabstätte und Ca- 
pelle hatte er sich schon früher im Pantheou gewählt und 
bereits eines der darin befindlichen 'l'abernakel herstellen 
lassen. Unter der Nische wurde nach seiner Angabe ein 
kleines Gewölbe zur Grabesgruft angebracht, und vor die- 
ses kam der Altar zu stehen, eine Disposition, welche Ra- 
fael im Pantheon zuerst eingeführt, wie uns die Abbildung 
des Innern desselben von Giuliano da San Gallo belehrt, 
die sich in der Bibliothek Barberini belindet, denn hier 
sind noch die antiken Postamente für die Götterbilder zu 
sehen, die ehedem in den 'l'abernakeh1 standen. Rafael 
ordnete weiter an, dass auf dem Altar, oder wielmehr wei- 
ter rückwärts auf sein Grab, eine Blarmorstatue der h. 
Jungfrau solle errichtet werden, deren Ausführung er dem 
Lorenzetto anvertraute. Zur Unterhaltung der Capelle und 
zur Unterstützung des Capellans, der den Altar versorgen 
und jährlich einige Seelenmessen für ihn lesen sollte, be- 
stimmte er 1000 Scudi zum Ankauf eines Hauses, dessen 
Einkünfte der Kirche zu besagten Zivecken zu gute kämen. 
Als 'Festamentsvollstrecker ernannte er den Kanzleipräsiden- 
ten Baldassare Turini aus Pescia und den päpstlichen Kam- 
merherrn Gio. Battista Brauconio aus Aquila, beide seine 
vieljährigen Freunde. Nachdem er auf diese Weise seine 
weltlichen Angelegenheiten geordnet hatte, empfing er als 
ein gläubiger Christ die Sacramente seiner Kirche und em- 
pfahl sich der Gnade Gottes. 
Indessen war die Bestürzung in Rom über die gefahr- 
liche Wendung, welche die Krankheit Rafaefs so schnell ge- 
nojhmen, allgemein; denn nicht nur seine Schüler und näch- 
sten Freunde empfanden tief, welcher Verlust sie bedrohe, 
sondern die gesammte Einwohnerschaft erschrak bei dem 
Gedanken ihren I-Iolfilungeil und den hohen Erwartungen, 
die der gefeierte Meister für die Verherrlichung Roms ge- 
geben, mit einmal entsagen zu müssen. Am schmerzlich- 
sten empfand es der Papst, dessen Kunstliebe in Rafaefs 
schöpferisehem Geiste beständig neuen Stoff zu grossen
        

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