Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511825
Die 
Verklärung 
Christi. 
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Malerei die höchst mögliche Vollendung zu geben, sich 
statt des Fresco der Ölfarben bedienen. Er liess daher den 
Bewnrf einer Wand dazu vorbereiten und durch Giulio R0- 
mano und Gio. Francesco Penni  zwei allegorische Figu- 
ren der Gerechtigkeit und Sanftmuth als Versuch auf obige 
Weise ausführen. Da indessen unter seiner Leitung das 
Werk nicht weiter gedieh und erst unter Papst Clemens VII 
durch seine Schüler ausgeführt Wurde, so werden die nä- 
heren Angaben darüber erst im nächsten Abschnitte folgen. 
Wir treten nun vor das schon erwähnte Altarblatt der 
Verklärung Christi, welches Rafael, eingedenk des erfahre- 
nen Tadels, in allen Haupttheilen mit eigener Hand zu der 
ihm höchst möglichen Vollendung zu bringen gedachte. Der 
Meister hatte seinen Gegenstand folgendermassen aufge- 
fasst: Im obern Theil des Bildes schwebt, nach altchristli- 
chem Typus, Christus verklärt den Blick gen Himmel ge- 
richtet. Zu seinen Seiten Moses und Elias, welche durch 
Gesetz und Prophezeihiung auf den Messias hingedeutet, 
und nun nach langem Herren mit ihm reden „von dem 
Ausgang , welchen er solle erfüllen zu Jerusalem." Auf 
dem Berge Tabor selbst aber liegen vom Glanze geblendet 
die drei zu Zeugen erwählten Jünger Petrus, Jacobus lmd 
Johannes, wo sie die Stimme von oben vernehmen: "Dies 
ist mein lieber Solm, den sollt ihr hören." Wie nun hier" 
die menschliche Natur in Christus verklärt erscheint, so 
zeigt sich in dem untern Theil des Gemäldes die mensch- 
liche Natur in dem Dämonischen in ihrer tiefsten Zer- 
rüttung. Von der rechten Seite her bringt ein Vater von 
Freunden umgeben seinen vom bösen Geiste besessenen 
Sohn, um bei Jesus Hülfe zu suchen, wendet sich aber, 
als er ihn nicht findet, dringend an die am Berge verwei- 
lenden Jünger. Diese dagegen, .da sie den Kranken nicht 
zu heilen vermochten, weisen vertröstend hinauf nach ih- 
rem Meister. Von ergreifender Wahrheit ist der Ausdruck 
des Gewalt-Erleidens von böser Macht in dem Dämoni- 
Leben des 
Vasari im 
Romano 
Giulio 
VIP' 
202.
        

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