Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511809
Kunstlzistorisclze 
Studien. 
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Eifer und die Liebe zu den antiken Kunstwerken bewog 
den bewundrungswürdigen Mann, Zeichner nach allen Thei- 
len Italiens und bis nach Griechenland zu senden, um Stu- 
dien nach den antiken Monumenten zu erhalten und seine 
Kenntniss darin zu erweitern. Zum Erweis für diese An- 
gabe Vasarfs könnte man erinnern an die Abbildung der 
Basis der Theodosischen Säule in Constantiilopel, welche 
ein alter Kupferstecher jener Zeit mit der Nachweisung be- 
kannt machte, dass sie anRafael sei gesendet worden; so 
wie an die Abbildung des köstlichen Basreliefs mit den Amo- 
rinen, ehedem in S. Vitale zu Ravenna, von Marco Rave- 
giano im Jahr 1519 gestochen  Dass Rafael selbst Stu- 
dien nach antiken Bildwerken gemacht habe, scheinen meh. 
rere Blätter zu bezeugen, obgleich anzunehmen ist, dass 
ihm bei den grossen, ununterbrochenen Arbeiten in Rom 
nur wenig Musse hiezu übrig geblieben. Indessen befindet 
sich in der Sammlung der Zeichnungen des Herzogs von 
Devonshirc ein römischer Kaiser in Rüstung, und im Nach- 
lass Lawrence der Torso einer Venus, welche beide Zeich- 
uungen so sehr in der geistreichen Art des Meisters be- 
handelt sind, dass man sie ihm mit Sicherheit zuschreiben 
darf. Auch mehrere Kupferstiche nach antiken Sculpturen 
von Marc Antonio und seinen Schülern Jollen nach Zeich- 
nungen RafaePs ausgefilhrt sein. Z. B. die Statue der 
Ariadne und das Basrelief mit den zwei Faunen, die einen 
Knaben im Korb tragen 2). Q 
Des grossen Urbinaten universeller Geist, welcher das 
ganze Bereich der bildenden Kunst umfasste, führte ihn 
auch zu kunsthistorischen Studien, und sie nahmen sein 
Interesse so sehr in Anspruch, dass er selbst darin etwas 
zu leisten gedachte, wozu seine Stellung ihm auch beson- 
dere Mittel darbot. Er hinterliess selbst eine Schrift mit 
kunsthistorischen Notizen, welche, wie Vasari bezeugt, ihm 
bei seinem Werke der Kiinstlerbiographien von grossem 
1) Bartsch P. 
XV P' 
4 und XIV N0. 
242. 
2) Derselbe das. 
XIV N0. 
230. 
199 und N0.
        

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