Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511754
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Bericht 
Leo 
ter auseinander, sie sich doch ihrer Beschaffenheit nach 
sehr nahe stehen, daher gleichsam den Platz zwischen bei- 
den einnehmen. Aber die aus den Zeiten der Gothen, ob- 
gleich der Zeit nach denen aus den Zeiten der Kaiser die 
nächsten, sind doch von ihnen in Hinsicht deI-"Beschaffen- 
heit gänzlich verschieden, und bilden gleichsam zwei Ex- 
treme mit denselben, zwischen denen die neusten sich in 
der Mitte betinden. Es ist also nicht schwer die Gebäude 
aus den Kaiserzeiten zu erkennen, welche die herrlichsten, 
und mit grosser Kunst in einem schönen Styl der Archi- 
tektur ausgeführt sind, und diese gedenke ich allein dar- 
zustellen. Auch darf bei niemand ein Zweifel entstehen, 
als 0b unter den antiken Gebäuden die spätern minder 
schön, oder minder gut verstanden seien; denn alle zeigen 
den nämlichen Styl. Und obgleich von den Alten selbst 
viele Gebäude erneut wurden, wie man liest, dass an dem- 
selben Orte, wo das goldene Haus des Nero stand, später 
die Termen und das Haus des Titus und das Amphitheater 
erbaut ward, so zeigten sie doch denselben Styl mit de- 
nen vor den Zeiten des Nero errichteten und denen mit 
dem goldenen Haus gleichzeitigen. Zwar waren die Wissen- 
schaften, die Bildhauerkunst, die Malerei und fast alle übrige 
Künste längst in Verfall gerathen, und sanken immer tiefer 
bis zur Zeit der spätern Kaiser herab; aber die Architek- 
tnr erhielt sich in dem nämlichen guten Geschmack, in 
dem man zuvor zu bauen pflegte, und sie war unter allen 
Künsten die letzte, welche verloren ging.- Dieses lässt sich 
aus vielen Denkmälern, und unter andern aus dem Bogen 
Constantilfs erkennen, der schön und gut in Allem erscheint, 
was die Baukunst anbelangt; dagegen sind die Sculpturen 
daran unbeholfen und ohne alle Kunst und Treffiichkeit. 
Aber diejenigen, die sich an demselben aus den Zeiten 
Trajansund des Antoninus Pius befinden, sind vortrefflich 
und zeigen einen vollkommnen Styl. Das Gleiche sieht 
man in den Termen des Diocletian, wo die Sculptureix 
äusserst roh und schlecht sind und die daselbst befindlichen 
Reste von Malereien stehen ausser allem Vergleich mit de- 
nen aus den Zeiten des 'l'rajan und des Titus; jedoch ist
        

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