Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511662
Fabel des 
Amor 
der 
und 
Psyclz e. 
303 
Verständniss und mit demselben SCllÖllllCltSSl1lll_ benutzt 
wurde, daher in dem Gemälde die Hülfc eines Schülers 
muss angenommen werden. Übrigens zeigt auch das Bild 
mehr ein Modellstudium als eine historische, ergreifende 
Darstellung. Allein grade um des schönen nackten Körpers 
willen wurde bei der seit jener Zeit anhaltenden Vorliebe 
für das Nackte dem Bild übermässiges Lob zu Theil, ha- 
ben es die Schüler Rafaefs und andere junge Künstler so 
häufig copirt. Das Original auf Leinwandgemalt erhielt, 
wie Vasari berichtet, der Arzt Jacopo da Carpi, welcher 
es sich von dem Cardinal nach einer gelungenen, schwie- 
rigen Cur erbat Nachmals besass es Francesco Benintendi 
zu Florenz und seit 1589 findet es sich bei den Kunstwer- 
ken der 'l'ribune, wo es noch ist.  
 Ein schon seit langer Zeit gegebenes Versprechen er- 
füllte endlich Rafael nach manchen Mahnungen, indem er 
aus Werk ging die Vorhalle, oder Loggia des Palastes sei- 
nes grossen Gönners Agostino Chigi in 'l'rastevere in Fresco 
auszumalen. Wie schon erwähnt, hatte er bereits früher im 
Saale neben jener Halle die Galathea gemalt. In der Log- 
gia sollte er nun die Fabel des Amors und der Psyche dar- 
stellen. Bei Apuleju, dem Rafael gefolgt, fängt die Ge- 
schichte an mit der Eifersucht der Venus über die Schön- 
heit der Psyche und ihrem Plan zur Rache; erzählt dann, 
wie Psyche ihre Aufgabe in der Unterwelt bestanden und 
auf Amor's Bitten von Jupiter zum Olymp erhoben wird; 
zuletzt wie Psyche in ader Götterversammlung Unsterblich- 
keit erhält und die Feier ihrer Vermählung mit Amor. 
Zu den vierzehn Stichkappeil des Spiegelgewölbes ent- 
warf Rafael Zeichnungen zu Amorinnen, welche in Anspie- 
lung der alles überwindenden Macht der Liebe mit den At- 
tributen der Götter ihr Spiel treiben und nicht wenig zum 
Schmuck und zur Heiterkeit "des Ganzen beitragen. Die 
zwei grossen Compositionen der Götterversammlung und des 
Festes behandelte Rafael gleich den Deckenbildem im Zim- 
mer des Heliodor, als seien es aufgespannte 'l'eppiche, wo- 
durch er ein Ansehn grösserer Leichtigkeit erzielte; auch 
vermied er dadurch jenen Misstand, eine grosse Masse
        

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