Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511630
300 
Jllczrlovcneu. 
und 
Bildnisse 
Brescia erblicken, der seine Improvisationen mit der Bass- 
geige begleitete und unter Leo X grosses Lob einerntete. 
Er war selbst ein Lieblingsgesellschafter des Papstes, und 
gewann am Feste des Cosmus, welches dieser seinen Vor- 
fahren zn Ehren gab, den Preis der Improvisation. Auf 
diese Begebenheit dürfte wohl das Lorbeerreis hindeuten, 
welches der Stegreiisänger zugleich mit dem Bogen in der 
Hand hält. 
Noch manche andere Portraite malte Rafael, wie Va- 
sari ohne nähere Angabe derselben berichtet, die aber jetzt 
zum Theil verschollen sind, oder wenn auch bekannt, nur 
in den Haupttheilexi und nur flüchtig von Rafael selbst aus- 
geführt wurdeu.  Wir wollen hier nur an das schöne Por- 
trait eines Cardixials im Palast Borghese und an die Bild- 
nisse des Archidiacon Caroudelct beim Herzog von Grafton 
in London und eines jungen Mannes beim Herzog von Alba 
in Madrid erinnern. Auch noch einige Madounenbilder gin- 
gen damals aus Rafaefs Werkstätte hervor, wie namentlich 
die Madonna mit den Candelaberil, jetzt im herzoglichen 
Palast zu Lucca, und jene andere mit dem Vorhang (della 
Tenda), welche der König Ludwig von Baiern in England 
erstand, wo sie als das ausgezeichnetste dort befindliche 
Ölbild des Meisters galt. Die Disposition des Bildes hat 
Ähnlichkeit mit der der Madonna della Sedia, nur sieht 
man dort die heilige Jungfrau im Profil und das Christkind 
hat eine andere, lebhaftere Bewegung. Auch ist das Bild 
nicht von runder, sondern viereckter Form. 
Um diese Zeit erhielt auch Rafael von den Benedicti- 
nern des Klosters zum h. Sixtus in Piacenza den Auftrag, 
eine Leinwand mit der Mutter Gottes, dem heiligen Papst 
Siitus und der h. Barbara zu malen, welche wahrscheinlich, 
wie Hr. von Rumohr vermuthet  als Umgangsfahne (drap- 
pellone") dienen sollte. Daher scheint auch der Meister, 
ohne vorläufige Studien oder Entwürfe zu machen, von de- 
nen sich nicht die geringste Spur vorfindet, das Bild so- 
gleich auf dic Leinwand selbst ausgeführt zu haben. Allein 
Italienische Forschungen ll 
316. III 
129.
        

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