Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511588
laeil. 
Grosse 
F um ilie. 
Illavrgctrelhu. 
295 
Verkürzung, dass der Blick nicht auf den Bösen, sondern un- 
widerstehlich nach der göttlichen Gestalt des Erzengels hin- 
gelenkt wird.  Wollten wir nun fragen, wariim Rafael 
grade diesen Gegenstand für den König Franz gemalt, so 
liegt die Verläiuthung nahe, dass er in Bezug auf den fran- 
zösischen Orden des h. Michel entweder vom König den 
Auftrag dazu erhalten, oder selbst ihn sich gewählt, dabei 
iielleicht des S. Georg gedenkend, den er in seiner Jugend 
für den König von England in Bezug auf ähnliche Verhält- 
nisse gemalt. 
Beim Empfang des Gemäldes war der lebhaft empfin- 
dende König von der Schönheit des Kunstwerkes aufs höchste 
entzückt und belohnte den Künstler auf so königliche Weise, 
dass Rafael ihm einen Beweis seiner Erkenntlichkcit geben 
zu müssen glaubte. Er entwarf daher die Zeichnung zu 
einem grossen Bilde der heiligen Familie und führte es das 
Jahr darauf mit Ilülfe des Giulio Romano aufs sorgfaltigstc 
aus. Die heilige Jungfrau empfängt huldvoll das ihr aus 
der Wiege entgegenspringende Christkind, während Elisa- 
beth, neben ihm kniend, im Bewusstsein der Vcrheissuilg, 
den kleinen Johannes zur Anbetung des göttlichen Kindes 
anleitet. Joseph, in seinen Mantel gehüllt, schaut; nachden- 
kend auf die liebliche Scene m"; zwei himmlische Boten 
oder Schutzengel aber bezeugen ihr Entzücken, und ihre 
Verehrung, indem sie duftende Blüthen über die Scene her- 
abstreuen. ln diesem prachtvollen, dem königlichen Kunst! 
freunde bestimmten Gemälde bewährte auch Rafael sich als 
wahrhaft; königlichen Künstler: Denn erfreuten uns in früs 
hern, der Privatandacht bestimmten Bladonnenbiltlern des- 
sen tiefe Gemüthliehkeit, so müssen wir hier Rafaefs rei- 
chen Genius bcwtlndern, der sich im Geiste erhebend, dem 
Gegenstand eine eigene, von hhnmlischeln Jubel begleitete 
Würde zu verleihen wusste. 
Mit dieser grossen heiligen Familie kamen zugleich noch 
einige andere Gemälde nach Frankreich. S0 eine heilige 
Margaretha, welche Rafael wahrscheinlich in Beziehung auf 
den Nalllell der Schwester Franz I zu malen den Auftrag 
erhalten. Die Heilige schreitet hier siegreich über den
        

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