Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511517
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Villa 
Rafaele. 
zeichnet wird und nun im Park der Villa Borghese vor 
Porta del Popolo liegt. Anspruchslos als Gebäude, hebt 
sie sich doch einladend vom dunkeln Hintergrund der Bäu- 
me ab und gewährt westwärts eine reizende Aussicht nach 
dem Monte Pincio mit der Villa Medici, und in die Ferne 
nach der Peterskirche und den Vaticanischen Gebäuden. 
Nach Osten bieten Steineiehen, Lorbeersträuche und hohe, 
schirmartige Pinien kühlen Schatten gegen die Strahlen der 
Sonne. Der untere Theil des Gebäudes enthält drei Zim- 
mer und eine Vorhalle von zwei Säulen getragen, die alle 
in Fresco ausgemalt sind; aber nur das letzte derGemä- 
cher ist mit Malereien aus Rafaefs Zeit geschmückt. Das 
Kreuzgewölbe der Decke von weissem Grund ist, der Con- 
struction folgend, zierlich durch leichte Laubgewinde und 
Ornamente in vier Felder eingetheilt. In deren Mitte und 
in den zwei grössern Eintheilungen zu den Seiten befinden sich 
drei historische Bilder und vier weibliche Bildnisse in Me- 
daillons. Die schmälern Felder enthalten die kleinen Figu- 
ren der Minerva und des Mercur von zierlichen Beiwerken 
umgeben. Die Waudliächeix, durch männliche Hermen in 
mehrere Felder getheilt, zeigen zweimal eine Diana von 
Ephesus in kleinen Tempeln von Genien, Satyrn und Kindern 
zu Pferde umgaukelt. Diese nur ornamentalen Malereien 
scheinen Phantasiespiele zu sein, bei denen sich das An- 
muthigste und das 'l'iefsinnigste in Bezug auf den Natur- 
dienst träumen lässt, ohne dass es gelingen wird, irgend 
etwas mit Bestimmtheit darüber zu ermitteln. Auch die hi- 
storischen Bilder scheinen keinen Zusammenhang unter sich 
zu haben, und sind nach Entwürfen verschiedener Meister 
ausgeführt. Denn die allegorische Darstellung von leiden- 
schaftlich bewegten, schwebenden Gestalten beiderlei Ge- 
schlechts, welche, während Amor schläft und andere Ge- 
nien das Feuer anfacheil, nach der an einer Herme aufge- 
hängten Scheibe schiessen, ist eine meisterhafte Composi- 
sition Michel Angelds, von der sich die schöne Original- 
zeichnung in der Sammlung des Königs Von England befin- 
det. Die gegenüber dargestellte Hochzeit Alexander's mit 
Roxane ist dagegen eine überaus anmuthige Erfindung Ba-
        

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