Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511442
Palast 
Pdndolfini. 
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kann jetzt mit Sicherheit nicht mehr angegeben werden. 
Am meisten Wahrscheinlichkeit hat die Angabe, dass jene 
iiiichtige Skizze Rafaefs zu einer Kirchenfziqade, ehedem 
im Cabinet Crozat, jetzt in der Sammlung des Erzherzogs 
Karl in Wien, uns dessen ersten Entwurf zeigt. Dierdrei 
Irlaupteingänge liegen in einer tiefen, von drei grossen 
Bogen gebildeten Vorhalle; zu den Seiten erheben sich 
zwei 'l'hi'1rme von drei Geschossen mit gekuppelten Säulen 
geziert und von einer hohen Spitze gekrönt, die von vier 
kleinern Pyramiden auf den Ecken umgeben ist. Der Gie- 
bel des Mittelschiifes, mit einem grossen runden Fenster, 
wird von geschwungenen Strebepfeilern gehalten, wie diese 
bei den Kirchen aus dem 15. J ahrlumdert in Florenz gewöhnlich 
vorkommen.  Es ist ein reicher, in der Wirkung malerisch 
gehaltener Plan, der mehrere Eigenthiimlichkeiten Rafaefs 
zeigt, so dass kein Zweifel ist, er rühre von ihm her. In- 
dess enthält er keine Angabe, zu welchem Zweck er ent- 
worfen wurde. _ 
Während seines Aufenthalts in Florenz fertigte Rafael 
noch zwei Pläne zu Privatwohnungen, die zu den schönsten 
gehören, welche das an schönen Häusern und Palästen 
so reiche Florenz besitzt. Für Giannotto Pandolfini, Bischof 
von Troja, machte er den Plan für ein Haus in der Strasse 
S. Gallo, jetzt der Gräfin Nencini gehörig. Die etwa 70 
Fuss breite Fagade nach der Strasse zu hat vier Fenster 
in der Breite, welche abwechselnd spitze und bogenförmige 
Giebel decken und an dem Erdgeschoss von toscanischen, 
eine Stiege hoch von ionischen Säulchen bekleidet sind. Die 
stark vortreteuden Balustrailexi der oberu Fenster stehen auf 
dem eben so weit vorstehenden Gesims des untern Stock- 
werks. Die Fagade nach Hof und Garten hat einfachere 
Feusterbekleidilngen, und unten eine schöne Loggia von etwa 
36 Fuss Breite, deren drei Bogen von zierlichen Säulen 
getragen werden. Ihre Capitäle schmücken Delphine und 
Blätterwerk. Das Haus "krönt ein reiches Gesims ioni- 
scher Ordnung. Rafael hatte die Ausführung seines Plans 
dem Gio. Fraucesco da San Gallo übergeben; da dieser aber 
im Jahr 1530 starb, führte sein Bruder Bastiano Aristot-ile
        

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