Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511376
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den 
Zll 
(farlons: 
Tapeten. 
dern. Die reichverzierte Halle des Tempels wird von ge- 
wundenen Säulen getragen, was man schon öfters dem Ra- 
fael als einen Verstoss gegen den guten Geschmack zum Vor- 
wurf gemacht; allein ganz einfach erklärt sich diese Wahl, 
wenn man weiss, dass von Alters her in der Peterskirche 
zu Rom zwei solehe gewundene Säulen am Altar der Ca- 
pelle des h. Sacraments stehen, welche vom Tempel von 
Jerusalem genommen sein sollen. Um diesen Ort nun zu 
bezeichnen, wendete Rafael, der geschichtlichen Überliefe- 
rung treu, sie an. 
Der Tod des Ananias. „Ananias! warum hat der Sa- 
tan dein Herz erfilillt, dass du dem heiligen Geist liigest 
und entwendest etwas vom Gelde des Ackers?"  Diese 
Worte scheint Petrus in der Apostel Mitte mit göttlichem 
Ziirnen auszusprechen, wie denn auch in Jacobus, der ne- 
ben ihm steht, cin vom Geiste Gottes erfüllter Bote zu er- 
kennen ist. Da sinkt Ananias krampfhaft zur Erde und 
stirbt von der Macht des strafenden Wortes getroffen. 
Diese schreckliche Scene erfüllt die Umstehenden mit Ent- 
setzen, wie denn auch der Zuschauer sie nicht ohne leb- 
haft davon ergriffen zu werden,- nicht ohne tiefste Theil- 
nahme betrachten kann. Auf der einen Seite des Grundes 
sieht man Johannes mit noch einem Jünger den Nothlei- 
denden Almosen austheilen, während auf der entgegenge- 
setzten Seite wohlthätige Leute ihre Habe als Gemeingut 
darbringen. Bei diesen steht auch ein Weib, welches Geld 
in die Linke zählt und uns durch ihre listige Miene zu er- 
kennen gibt, dass wir in ihr des Ananias Wieib erblicken, 
welches in sicherer Arglist, ahnungslos ihrem Schicksal ent- 
gegengeht. Durch solche Ziige wusste Rafael auf eine er- 
staunungswiirdige Weise das Dramatische der Darstellung zu 
höhen und dem Gegenstand ein Interesse zu verleihen, das 
immer wächst, je tiefer man in denselben eindringt. 
Stephani Steinigung. Der engelgleiche Diacon von sei- 
_nen falschen Anklägern, den fanatischen Anhängern der 
Pharisäer zum Thor hinausgeschleplmt, wird von diesen ge- 
steinigt. Er aber breitet kniend die Arme aus, richtet den 
Blick zum Himmel empor, wo ihm Christus in der Herr-
        

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