Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511325
Lßggiennzalercien, 
Die 
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auffallend hervortritt. Die ornamentale Ausschmiickung der 
Loggien dient als heiterer Begleiter und gewissermasseu als 
Vervollständigung der in den Gegenständen des alten und 
neuen Bundes dargestellten Weltgeschichte: Natur, Mytho- 
logie, Kunst und Wissenschaft finden sich in ihnen durch 
auf sie anspielende Gegenstände vertreten, und in der Nähe 
der historischen Darstellungen werden die Umgebungen be- 
ziellungsreicli. S0 umschwebciz anbctende Engel in der ersten 
und letzten Kuppel die Sehöpfungsgeschichtc und Mensch- 
werdung Christi. In den Grottesken um die Geschichte der 
ersten Menschen und des Sündenfalls sehen wir streitende 
Amorine gegen Harypen, Löwen und 'l'iger, gleichsam den 
Kampf der göttlichen Liebe gegen die wilden Regungen 
der gefallenen Natur dargestellt. Eine in Perspectiv gezo- 
gene Architektur umschliesst die Darstellungen vom Bau der 
Arche und von der Errichtung des Altars durch Noa. Beim 
Untergang von Sodoma und Gomorra erblicken wir einen 
Kampf fantastischer Ungeheuer, bei der Findung Mosis 
und bei der Befreiung des Volkes Israels freudig tanzende 
Knaben und blumenreiche Verzierungen. Die Eroberung 
Palästinas umgibt ein Kampf von Genien mit wilden Thie- 
ren, die Geschichte Salomoifs die Freuden des Friedens in 
den häuslichen Beschäftigungen. S0 liessen sicll noch man- 
che Beziehungen auffinden, obgleich auch zuzugeben ist, 
dass öfters Lust und Laune einer phantastischen Willkür 
freien Lauf liessen und so nicht überall eine strenge Durch- 
führung des zuvor angedeuteten Parallelismus zu suchen 
ist. Manche Darstellungen dürften selbst, wieses bei ei- 
nem lebendigen Kunstleben stets zugeschehen pflegt, sich 
auf verschiedene damalige Vorfallenheiten beziehen, die aber 
jetzt nicht mehr zu entziffern sind.  
Um den Wliinschen seines prachtliebenden Herrn zu 
entsprechen, hatte Rafael nichts versäumt die Loggien mit 
allem Aufwande harmonisch auszuschmiicken. Die Thüren liess 
er von dem berühmten Gian Barile aufs reichste in Holz 
schnitzen, und für den Fussboden bestellte er die farbig gla- 
sirten Backsteine aus der tiorentiner Fabrik des della Rob- 
bia, welche zusammengefügt das päpstliche Wappen auf
        

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