Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511309
Sala 
zlei 
Pulujcrvrzieri. 
267 
Papstes zur Ausschmilckung eines Vorsaales für die Dieners 
schaft im Vatican, Sala de" Palafrenieri genannt. Rafael 
hatte nach des Vasari Bericht für diesen Raum Apostel 
und Heilige aufgezeichnet, die scheinbar in Nischen ste- 
hend in grüner Erde ausgeführt wurden. Aber oben auf 
dem Gesimse brachte sein Schlüler allerlei fremde Thiere 
au, die er nach dem Leben gezeichnet hatte." Diese Ma- 
lereien waren indessen von kurzer Dauer, da Paul IV den 
Saal in mehrere kleine Zimmer abtheileil liess, wodurch ein 
grosser Theil derselben zerstört wurde. In der Folge, als 
man unter Gregor XIII den Saal theilweis wieder her- 
stellte, suchte Taddeo Zucchero die Figuren der Apostel 
wieder aufzufrischen; allein er musste das meiste ganz neu 
malen, so dass jetzt "kaum noch etwas iäoil den ursprüng- 
lichen Gestalten zu erkennen ist. Nliir ein Johannes der 
'l'äufer als Knabe, grau in Grau, über einer 'l'hüre mit 
zwei bei ihm befindlichen Papageien sind noch, obgleich 
überarbeitet, Überbleibselder alten Malereien. Zum Glück 
hat der Grabstichel des Marc Antonio uns die Gestalten 
der Apostel erhalten. Weniger treu sind die Nachbildun- 
gen derselben, färbig in Fresco an den Pfeilern der Kirche 
der h. h. -'Vincenz0 und Anastasio alle tre fontane gemalt. 
Auch sind sie so sehr beschädigt und überschmiert, dass jetzt 
keine Spur mehr vom llafaelischen Geiste in ihnen übrig 
geblieben ist. 
Noch reicher als jener Saal wurden nach RafaePs An- 
gaben die Loggien ausgemalt, welche nach den päpstlichen 
Zimmern führen. Sie bestehen aus 13 Bogei? mit kleinen 
kuppelartigen Gewölben. Jedes derselben enthält vier grössere 
Bilder: 48 aus dem alten Testament von der Schöpfungs- 
geschichte anfangend bis zur Erbauung des 'l'empels Salo- 
monis, und vier aus dem Leben Christi, welche Folge von 
Bildern gewöhnlich llafaefs Bibel genannt wird. Zu diesen 
Darstellungen machte Rafael sehattirte und mit Weiss ge- 
höhte Entwürfe, deren sich noch mehrere erhalten haben, 
iiberliess aber die Ausführung seinen Schülern, besonders 
dem Giulio Romano, "Jder sämmtliehe Cartons zu den Q-össern 
Bildern fertigte und deren Ausführung leitete. Die Pila-
        

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