Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511270
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Der 
Buvrybrcuul. 
tigen Ideale folgte, welches er allein als Kunst anerkannte. 
Er durfte daher bei seiner imposanten Einseitigkeit, inso- 
fern diese auf Rafael einigen Einfluss ausübtc, allerdings 
nach seiner Denkweise sagen, dass was dieser von der 
Kunst habe, das habe er durch ihn  
Leider haben die Malereien in diesem Zimmer noch 
mehr als die in den andern gelitten, so dass man jetzt die noch 
vorhandenen Studien Iiafaefs zu dem Burgbrand betrachten 
muss, um die lebensvolle Wahrheit und die Charakteristik 
seiner Zeichnung richtig würdigen zu können. Die Fresco- 
bilder, besonders der Sieg im Hafen von Ostia, wurden 
schon in sehr frühen Zeiten durch Sebastiano del Piombo 
stark überarbeitet, so dass ilnn empfindlicher Tadel zu Theil 
wurde, als er einst dem Titiail während seines Aufenthalts 
in Rom diese Räume des Vaticans zeigte, und dieser in 
den Malereien dieses Zimmers die Übermalungen erken- 
nend, ihn fragte: „W'er ist der Anmasseurle und Unwissende 
gewesen, welcher diese Köpfe so besudelt hat?"  wor- 
auf, wie Dolce sagt i), Sebastiano wirklich von Blei (del 
Piombo) wurde und ihm die Vorliebe des Miehel Angele 
nichts fruchtete, der ihn über den Urbinaten erheben wollte. 
Wir übergehen hier die grösstentheils erneuten Sockel- 
bilder dieses Zimmers, mit einigen Figuren der Beschützer 
der Kirche, welche Giulio Romano nach eigenen Entwür- 
fen inugelber Bronzefarbe ausfuhrte, so wie auch die klei- 
nen Bilder in den Fensterleibungen mit biblischen Darstel- 
lungen, deren nähere Beschreibung ich mir für den zwei- 
ten Theil Vorbehalte. IIier glaube ich nur noch im allge- 
meinen auf den Umstand aufmerksam machen zu müssen, 
dass Rafael und die mit ihm arbeitenden Küistler häufig 
Erlebnisse aus ihrer Zeit in das Bereich ihrer künstleri- 
schen Darstellungen gezogen und dadurch das Interesse der 
Zeitgenossen aufs lebendigste angeregt haben, wie dieses 
1) Siehe Lettera di Michelangiolo Bonarroti etc. trovata da S. 
Ciampi. Firenze 1834. p. 7. 
2) Dialogo della Pittura di M, Lodovico Dolce, intitolato Are- 
tino. Venezia 1557. p. 11. 
        

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