Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511254
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Der 
Burylrmnzl. 
tigen Sturm verbreitet wurde, dass alle Anstalten, der Noth 
zu steuern, vergebens waren. Schon nahete die Gefahr der 
Peterskirche, da liebte mit Inbrunst Papst Leo lV zum 
Allmächtigen und machte das Zeichen des Kreuzes über die 
Brandstätte, worauf alsobald der Feuersbrunst Einhalt ge- 
schah. Diesen Augenblick der höchsten Notb und der gött- 
lichen IIiilfe durch das Oberhaupt der Kirche hat Rafael 
zur Darstellung gewählt: Im Hintergrund erblickt man die 
alte Peterskirche nebst einer beim Neubau abgerissenen 
Loggia des Vaticans, in welcher der Papst mit seinem Ge- 
folge steht und Gott um Hiilfe zur Stillung des Brandes 
anruft und die Erhöruilg durch das Zeichen des Kreuzes 
zu verkünden scheint. Vieles Volk auf den Knien liegend, 
umlagcrt flehend die Loggia des Papstes, ebenso knien 
auch im Vordergrund um Hiilfe schreiende Frauen und Kin_ 
der. Indessen wiithet rechts und links noch das Feuer in 
den an antike Ruinen angebauten Iläusern; vergebens sind 
die Bemühungen der Männer und Weiber, durch Wasser zu 
löschen; des Windes Toben vermehrt nur noch die Gluth. 
Da sieht man links eine Familie, die in tiefem Schlaf ver- 
sunken war, als das Feuer sie überraschte, noch kaum den 
Säugling und das nackte Leben retten, und auf der Gegen- 
seite die Anstrengungen der Löschenden, unter denen sich 
besonders die mächtigen Gestalten zweier Frauen auszeich- 
nen. ,Auch die alles verwirrende Flucht von und nach al- 
len Seiten ist meisterlich dargestellt, so wie die liebende 
Gruppe in der Witte des Vorgrundes, welche zugleich mit 
der Fürbitte des Papstes die Hoffnung naher lliilfe von 
oben erweckt. Diese meisterhafte, dramatische Behandlung 
gab dem reichen Talente RafaeFs Gelegenheit zur Darstel- 
lung der verschiedenartigsten Situationen, die er aber eben- 
sowohl dem innern Zusammenhang nach, als durch gross- 
artige Anordnung und Symmetrie zu einem harmonischen 
Ganzen, zu einem ergreifenden, grossarligen Kunstwerke 
verband. Unter den einzelnen Gestalten sind mehrere, die 
seit ihrem Entstehen als unübertrefflich in der Kunst sind 
betrachtet worden. Wir erinnern hier nur an die beiden 
weiblichen Gestalten, von dem schönsten, kräftigsten Wuchs,
        

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