Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511243
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ordnetes Interesse und sind, streng genommen, keine Ge- 
genstände für die Ilistorienmalerei. 
Das dritte Freseogemälde stellt die Besiegung der Sa- 
razenen im Hafen von Ostia dar. Anastasius der Bibliothe- 
kar erzählt im Leben Leo IV, dass, nachdem Theodosius, 
der Befehlshaber der Flotte des Kaisers Michael, von den 
Sarazenen besiegt worden war, und diese 'l'arant und die 
Küste von Dalmatien geplündert hatten, sie nun von Sar- 
dinien aus eine Expedition nach den päpstlichen Staaten 
unternahmen. Am Ilafexl von Ostia wollten sie landen. 
Als dieses der Papst erfahren, sammelte er seine Wacht, 
rief die von Neapel und Gaeta zur Iliilfe und lieferte mit 
ihnen vereint dem Feind eine Seeschlacht, inder sie auf 
des Papstes heisses Flehen und durch Gottes Ilülfe, der 
einen heftigen Sturm zum Verderben der Sarazenen sen- 
dete, vollkommenen Sieg erlangten. In dem Bilde sehen 
wir in der Ferne die Schlacht im Ilafen, wie feindliche 
Sehilfe stranden, wie andere vom Sturm ins weite Meer 
getrieben werden und der Kampf sieh am Ufer erneut. 
Aber der Papst, hier abermals Leo X, von den Cardinälexi 
Giulio de' Medici und Bernardo Divizio da Bibiena umge- 
ben, sitzt am Ufer und dankt mit emporgerichteteln Blick 
und gefalteuen Händen Gott für die gesendete I-Iülfe. Meh- 
rere der Gefangenen liegen schon zu seinen Fiissen gefes- 
selt, andere bringt ein Boot, die gleiches Schicksal der 
Knechtschaft erwartet. -Diese Scenen siegesfroher oder ra- 
ehesiichtiger Krieger, gedemiitigter, verzweifelnder oder 
sich ins Schicksal ergebender Gefangenen hat Rafael auf 
eine eben so lebendige, mannigfache und ergreifende Weise 
dargestellt, als die dankbare, gottergebene Freude des 
Papstes.  
Das ausgezeichnetste Gemälde dieses Zimmers ist je- 
doch der von Rafaefs Hand selbst ausgeführte Burgbrand. 
Es war im Jahr S47, wie Anastasius der Bibliothekar be- 
richtet, als im Quartier vor der Stadt, welches die Sach- 
sen und Longobarden bewohnten und das sich vom Vatica- 
lliSßllßll Hügel bis an das Mausoleum des Hadrian erstreckte, 
ein so heftiges Feuer ausbraeh und von einem so gewal-
        

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