Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511229
III Reinigungseid. 
Leo's 
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und musste die weitere Ausführung seinen Schülern über- 
lassen. Nur für das päpstliche Zimmer machte er beson- 
dere Studien und Cartons, und führte auch einen grossen 
Theil derselben selbst in Fresco aus. Die Decke des Zim- 
mers hatte Pictro Perugino mit Gruppen von Christus mit 
de" Almstellh Hßiligen, Engeln und allegorischen Figuren 
ausgemalt. Obgleich nun diese Darstellungen nicht im ge- 
rmgstc" iPgCnd einen Bezug auf die von Rafael auszufüh- 
renden Gegenstände haben, so gestattete es doch die Liebe 
und Anhänglichkeit des dankbaren Schülers nicht, seines 
Meisters Werke, gleich denen der, andern in den angren- 
zenden Zimmern herunterschlagen zu lassen. Da nun Ra- 
fael diese Malereien zum beständigen Zeugniss seiner dank- 
baren Gesinnung stehen liess, so wollen auch wir, die Pie- 
tät des edeln Künstlers ehrend, uns daran mehr erfreuen, 
als wenn des grossen Meisters I-land die Decke im Zusam- 
menhang mit den Ilauptbildern angemessener ausgeschmückt 
hätte. 
Rafael, der schon im zweiten Zimmer aus dem Leben 
Leo's I die Entfernung des Attila in Anspielung auf die 
Vertreibung der Feinde Italiens durch Leo X dargestellt, 
sollte nun für dieses dritte Zimmer merkwürdige Ereignisse 
zur Anschauung bringen, welche die Regierung zweier an- 
dern Päpste mit Namen Leo ausgezeichnet und im Allge- 
meinen eine Vorstellung von der päpstlichen Würde und 
Macht zu geben geeignet wären. Das hier zuerst anzu- 
fuhrende Gemälde ist dem Leben Leo lll entnommen, und 
stellt dar, wie derselbe in Gegenwart Karls des Grossen 
durch einen Schwur auf die Evangelien die Beschuldigun- 
gen der Neffen des verstorbenen Papstes Had-rian l von 
sich abweist. Der Frankenköilig hatte nämlich, nachdem 
er den Papst geschützt, in der Peterskirche zu Rom viele 
geistliche und weltliche Behörden versammelt, um die Sache 
zu untersuchen und zu schlichten. Als er aber imßegriif 
war die hehre Versammlung zu befragen, was sie von dem 
Leben und den Handlungen des Papstes Leo dächten, liess 
eine Stimme sich- vernehmen, dass es niemanden zukomme 
den ßrStßll Sitz zu richten, worauf Karl aufhörte weiter zu 
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