Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511143
Architektonische 
Pläne. 
251 
von unter den Mengsischen Gypsen in Dresden erhalten, und 
nach diesem zu schliessen scheint wirklich die Idee sowohl, 
als die theilweise Ausführung dem Rafael anzugehören. Die 
natürliche, schöne Lage des Knaben, die Behandlung des 
Kopfes und der Haare, die Form des Delphinkopfes, der 
sehr an die im Frescobild der Galathea erinnert, diese und 
noch andere Merkmale sind eben so viele Zeugnisse für 
die Annahme, dass wir hier den vom Grafen Castiglione 
erwähnten Knaben vor uns haben. Wahrscheinlich ist es 
selbst, dass dieser Freund Bafaefs ihm auch die Idee dazu 
gegeben, die er dem Älian entnommen  welcher erzählt, 
wie die Delphine dem Menschen sehr zugethan seien, und 
wie einst ein solches Geschöpf einen todten Knaben aus 
dem Meere ans Land getragen. 
Wir kommen nach diesen Abschsveifungen auf die von 
Rafael zu Rom aufgeführten Bauwerke zurück. Nach Va- 
sari machte er auch dem Agostino den Plan zu den Stäl- 
len neben seinem kleinen von Baldassare Peruzzi erbauten 
Palast, jetzt die Farnesiua genannt. Diese sind gegenwär- 
tig sehr. verfallen und zeichnen sich durch keine besondere 
Architektur mehr aus. Es haben daher einige Schriftsteller 
angenommen, das Häuschen mit einem grossen Saal im Gar- 
ten der Farnesina am 'l'iberfiirss sei das von Vasari er- 
wähnte Gebäude, welches allerdings RafaePs würdig wäre, 
dem strengen Charakter der Architektur nach aber von Bal- 
tlassare Peruzzi ausgeführt sein dürfte. 
Mehrere schöne Iläuser in Borgo S. Pietro, welche 
Vasari als nach Plänen Bafaefs ausgeführt erwähnt, haben 
seitdem dem vergrösserten Petersplatz und der Säulenhalle 
des Bernini weichen müssen. Als ausgezeichnet beschreibt 
noch Vasari besonders den Palast für Gio. Batt. Branconio 
aus Aquila, dessen Faeade Giovanni da Udine reich mit 
Stuckarbeiten verziert hatte. 
Erhalten hat sich dagegen das jetzige Haus Berti in 
der Via del borgo nuovo N0. 103, welches ganz den Cha- 
rakter der Rafaelisehen Bauart trägt und höchst wahr- 
Über die Natur 
der 
Thiere. 
CHI"
        

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