Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511123
Rafael 's 
Bilzllzauerwerke.  
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Plan sollte, allen Anzeigen nach, in der Kuppel die Schöpfungs- 
geschichte bis zum Sündenfall in Mosaik dargestellt wer- 
den; durch vier Marmorstatuen von Propheten in den Ni- 
schen die VCYIICiSSIIHg auf den Heiland, und in die drei 
vertieften Felder der Wände die Erfüllung derselben in 
eben so vielen grossen Wandbildern. Aber nur Gott, der 
Schöpfer, mit den Darstellungen von Sonne, Mond und 
den Planeten, immer von Engeln begleitet, wurden im Jahr 
1516 auf Goldgrund in Mosaik ausgeführt. Von den Sta- 
tuen der Propheten vollendete Rafael nur den Jonas und 
liess die des Elias unberührt in der Werkstätte des Loren- 
zetto, der sie nach seinen Angaben bis zu einem gewis- 
sen Punkte ausgeführt hatte. Rafael und" Agostino Chigi 
starben beide im April 1520, so dass erst später die Ar- 
beiten für die Capelle wieder aufgenommen wurden. Se- 
bastianov del Piombo malte nun im mittleren Felde in Öl 
die Geburt der Maria und erst 1554 Francesco Salviati al 
fresco die Schöpfnngsgeschichte und den Sündenfall in 
die 'l'rommel der Kilppel. Noch später errichtete Bernini 
dem Agostino Chigi sein Grabmonumeirt und lügte den zwei 
Propheten noch zwei andere hinzu. 
Es ist oft in Frage gestellt worden, ob Rafael die bei- 
den Marmorstatuen durch den florentiner Bildhauer Loren- 
zetto nur nach seinen Angaben habe ausführen lassen, oder 
_0b er selbst Hand daran gelegt, um sich gleich dem Leo- 
nardo da Vinci und dem Michel Angelo auch in der Kunst 
der Bildhauerei zu versuchen. Zweierlei spricht für die letz- 
tere Annahme: einmal die hohe Vortretflicbkeit der Statue 
des Jonas selbst, die nicht nur in der Anlage, sondern 
auch in der Ausführung des Einzelneil in solchem Grade 
unsere Bewunderung verdient wie kaum irgend eine Mar- 
morarbeit jener Zeit; jedenfalls übertrifft sie bei weitem 
alles was Lorenzetto jemals zu leisten im Stande war. Was 
diese Statue ganz besonders auszeichnet, ist die Schönheit der 
Linien in der Bewegung, die Wahrheit und Eleganz der 
jugendlichen Formen und die durchgebildete Vollendung: 
Eigenschaften, die wir nur bei den grössteu Meisterwer- 
ken vereinigt finden,
        

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