Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511078
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Fabio 
Calvo. 
bliothek besitzt. Es ist auf 273 Blätter starken Papiers in Folio 
von einer Iland rcinlich geschrieben und enthält auf dem letz- 
ten Blatt die Naehweisung, dass M. Fabio Calvo aus Ravenna 
in Rom das Buch im Hause RafaeYs und auf dessen An- 
suchen aus dem Lateinischen ins Italienische übersetzt habe. 
Durch welche Hände die Ilandschrift gegangen, darüber 
fehlen alle Nachrichten, indessen ist es wahrscheinlich, dass 
sie nach ltafaePs Tod als Erbschaft an Giulio Romano nach 
Mantua kam; auch weiss man, dass sie aus der churfürst- 
lieh Pfalzbairischen Bibliothek in die königliche liliinchxier 
gekommen ist. Merkwürdig ist diese Übersetzung auch 
noch als die älteste initalienischer Sprache, indem die 
erste Ausgabe in derselben die Jahrszahl 1521 trägt. 
Marco Fabio Calvo, welcher in Rom lebte, hatte in 
den Jahren 1510 bis 1515 in Auftrag des Cardinal Giulio 
de' Medici (nachmals Papst Clemens VII) die Werke des 
Hippokrates ins Lateinische übersetzt; im Jahr 1525 er- 
schienen sie mit Beifügung einer Dankadresse der dortigen 
Ärzte an den Papst im Druck. Calvo starb im Jahr 1527, 
Über RafaePs Verhältniss zu diesem trefüichen Gelehrten, 
der fast in Armuth lebend in dessen HHIISG freundliche Auf- 
nahme fand, erhalten _wir sehr anziehende Nachrichten in 
einem Brief des ersten päpstlichen Secretairs Caelio Cal- 
cagnini an den berühmten Mathematiker Jacob Ziegler I), 
worin er sagt:- 
„Fabius der Ravennate ist ein Greis von stoischer 
Rechtschalfenheit, ein Mann von dem du nicht leicht sagen 
kannst, ob er leutseliger sei oder gelehrter. Durch ihn 
spricht nun der ganze Hippokrates lateinisch, und hat jene 
alten schlechten Ausdrücke (in welchen das Mittelalter ihn 
übertragen) jetzt abgelegt. Die Eigenheit hat dieser gar 
heilige (sanctissimus) Mann, was allenthalben selten, das 
Geld so zu verachten, dass er es ausschlägt, wenn man 
es ihm anbietet, es sei denn, dass er von der höchsten 
1) Siehe Cael. Calcagnini Protonotarii apostolici opera 
Basileae 1554. p. 100. Oder: Caelii Calcngnini Epist. crit. 
Amberg 1618. Lib. VII. ep. 27. p. 225. 
aliquot. 
et fam.
        

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