Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511058
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Der 
Hof im 
Vaticazz. 
unternommen worden zu sein, da einestheils Unterbauuugen 
solcher Art viel Zeit erfordern, anderntheils nachmals die 
für den Bau einlaufenden Gelder andern Zwecken dienen 
mussten. Nicht einmal den von Bramante angefangenen, 
mit dorischen Säulen geschmückten Bezirk zur Feier des 
päpstlichen Ilochamtes konnte Rafael vollenden, sondern 
selbst dieser blieb seinem Nachfolger in der Leitung des 
Baues, dem Baldassare Peruzzi überlassen. Nachmals wurde 
dieses, gewiss köstliche Werk wieder zerstört. 
Glücklicher war Rafael in der Ausführung eines andern 
gleichfalls von Bramante angefangenen Baues, des Hofes 
im Vatican, di S. Damaso genannt. Auch für diesen zeich- 
nete Rafael einen schöneren, reicheren Plan und liess ein 
Modell in Holz davon machen, das grossen Beifall erwarb. 
Die Ausführung bestätigte die Erwartung und jetzt noch 
erregt der auf einer Seite offene Hof, als einer der schön- 
sten die es gibt, die höchste Bewundrung. Der einfache Bogen- 
gang des Erdgeschosses wurde noch von Bramante in Mauer- 
werk ausgeführt. Die drei Geschosse, die sich darüber erheben, 
sind dagegen alle in 'l'ravertin gehauen. Ilalbvortretende Säulen 
dorischer, dann ioniseher Ordnung, nach Art römischer Vor- 
bilder, schmücken den ersten und zweiten nach den drei 
Seiten umlaufenden Bogengang. Das Innere der Loggien 
hat jedem Bogen entsprechend eine kleine Kuppel. Das 
dritte Geschoss von freistehenden corinthischen Säulen ge- 
tragen, schliesst das Ganze mit einem reichen Gebälke. 
Steinerne Ballustraden verbinden die Postamente und die- 
neu zu Brustlehnen. Dreizehn Bogen hat die Hauptseite, 
die eine herrliche Aussicht auf Rom und das Lateinerge- 
birg gewährt; acht die mittlere Seite, neun die gegenüber- 
liegende. Wie phantasiereich und prachtvoll sie nachmals 
nach Rafacfs Angaben theilweis ausgeschmückt wurden, soll 
späterhiu berichtet werden; hier bleibt noch zu erwähnen 
übrig, dass von ihm auch ,die Plane zu den gemächlichen 
Stiegen herrühren, welche zu den Loggien führen. 
Mit welchem gewissenhaften Studium, mit welcher 
Sorgfalt Rafael seinem Amt als Oberbaumeister nachzukom- 
men trachtete, ist nicht allein schon aus seinem Brief an
        

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