Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1511044
Peterskirche. 
Plan zur 
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Der Chor und die _Tribunei1 der Seitenarme, gleichfalls mit 
Nischen versehen, haben jede einen kleinern Ilalbkreis, der 
durch zwei Pfeiler und zwölf immer zu vier gruppirte 
Säulen gebildet ist. Die Vorderseite mit drei Haupteingän- 
gen hat keine 'l'hiirme. Die Vorhalle auf Stufen erhöht, 
ruht auf 36 Säulen, drei in der Tiefe und zwölf in der 
Breite, und zwar so geordnet, dass die beiden äusseren 
und die innersten Reihen paarweise zu stehen kommen; 
Es ist ein schöner, einfach disponirter und grossartiger 
Plan. Obgleich auch hier die Kuppel ziemlich weit von 
der Fagade zuriickzusteheil käme, wie dieses bei der jetzi- 
gen Peterskirche der Fall ist, so ist doch die Vorhalle nur 
auf Säulen ruhend, niedriger gehalten, wodurch die Haupt- 
wirkung um so weniger würde gelitten haben. Im Allge- 
meinen darf man nach diesem Grundriss und der dem Ra- 
fael eigenthümlichen Architektur der Überzeugung sein, 
dass die Wirkung seines Planes viel reicher und doch im 
Allgemeinen ruhiger, im Einzelnen aber dem Antiken ver- 
wandter und schöner ausgefallen sein würde, als der jetzige 
weitläuiigere, schwerfällige Bau, der in den Einzelheiten 
keineswegs in einem reinen Styl gehalten ist. Wenn daher 
Milizia verächtlich sagt: „Rafael's Plan sei einfach, aber ge- 
mein," so können wir dieses, von einem zu hoch gestell- 
ten Architekten ausgesprochene Urtheil nur seiner Ober- 
llächlichkeit und seiner oft ungerechten, sich über alles 
ergiessenden Tadelsucht zuschreiben. 
Als Rafael nun mit dem Bau ans Werk ging und sich 
mit Giuliano da San Gallo und Fra Giocoildo berathschlagte, 
sahen sie ein, dass die vier Hauptpfeiler, welche die Kup- 
pel tragen sollten, zu schwach im Fundament waren, und 
bei der Ungeduld Julius ll Bramante sich iibereilt hatte. 
Sie verstärkten diese Pfeiler daher bedeutend, indem sie 
nach der Angabe des Fra Giocondo unter den Fundamen- 
ten in gehöriger Entfernung von einander viereckte, tiefe 
Löcher graben und mitfestem Mauerwerk ausfüllen liessen. 
Sodann sprengteu sie Bögen von einem Unterbau zum an- 
dern und erhielten so eine grosse, solide Unterlage. Wei- 
ter scheint unter Rafael am Bau der Peterälgrche ilichts 
I.
        

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