Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510989
Rafael an 
Sim. 
Ciarla. 
235 
Werthester an Vaters Statt!  
Ich habe euern lieben Brief empfangen und daraus er- 
sehen, dass ihr mir nicht zürnt," woran ihr in der That un- 
recht hättet. Bedenkt nur, wie lästig es ist ohne wichti- 
gen Anlass zu schreiben; jetzt da erisehr wichtig ist, ant- 
worte ich sogleich, um euch ganz zu sagen, was ich vor-i 
nehmen kann.  Erstens von der Azel (tordona) zu re- 
den, so muss ich in Betreff derjenigen, die ihr mir An- 
fangs zugedacht, euch antworten, dass ich sehr froh bin 
und Gott beständig danke, weder diese noch eine andere 
genommen zu haben; und darin war ich weiser als ihr, der 
ihr mir sie geben wolltet. Ich bin überzeugt, dass ihr jetzt 
auch einseht, dass ich nicht dahin gekommen wäre, wo ich 
nun bin. Denn ich habe bis jetzt in Rom schon Besitzun- 
gen von 3000 Goldguldenlimd ein Einkommen von 50 Gold- 
scudi. Sodann hat seine Heiligkeit, unser Ilerr, mich über 
den Bau der Peterskirche gesetzt und mir einen Gehalt von 
300 Goldducaten ausgeworfen, die mir nie fehlen werden, 
so lange ich lebe, und sicher erhalte ich deren noch an-. 
dere. Ausserdem bezahlt man mir für meine Arbeiten was 
mir gut dünkt; für die Malereien eines andern Zimmers, 
welches ich in Auftrag S. H. angefangen habe, erhalte ich 
19.00 Goldducaten. So liebster Oheim bringe ich euch so- 
wohl Ehre, als allen Verwandten und dem Vaterlande. 
Aber ich höre nicht auf euch immer mitten im Herzen zu 
tragen, und wenn ich euch nennen höre, so glaube ich 
meinen Vater nennen zu hören. Beklagt euch daher nicht 
über mich, wenn ich euch nicht schreibe, da ich mich im 
Gegentheil über euch beschweren sollte, der ihr die Feder 
immer in der Hand habt und sechs Monate .von einem Brief 
zum andern verstreichen lasset. Doch zürne ich, trotz al- 
lem diesem, euch nicht, wie ihr mir uugerechter Weise 
thut. Ich habe die Ileirathsangelegenheiten fallen lassen, 
um sie wieder aufzunehmen und euch zu antworten. Wisst, 
dass mir der (Cardinal) S. Maria in Portico eine seiner 
Verwandtinnen  geben will, und mit Genehmiguglgäkdes 
1) Sie hiess 'Maria und war die Tochter des Antonio Diäxihziö da 
Bibieua, eines Brudersolms des Cardinals. Dieser verehelichte im
        

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