Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510977
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des 
Medaille 
Castigliozle. 
Bericht  der Graf nach damaliger Sitte als Emblem sei- 
ner Gesinnung am Barett trug und wozu Rafael die Zeich- 
nung gemacht hatte. Die Abbildung derselben im Museum 
Mazzuchcllianum zeigt auf der einen Seite das Bildniss des 
Castiglione, auf der Rückseite Phöbus aus einer Biga auf 
die Erde steigend, während zwei Horen die muthigen Pferde 
halten, mit der Umschrift: T enebrarum et Lucis. Nach 
Paolo Giovio wählte der Graf sich dieses Motto, um da- 
durch den Wiunsch auszudrücken, dass seiner Seele stets 
etwas Bedeutendes begegnen möge, obgleich ungewiss sei, 
0b er dabei auf das Glück in der Liebe, oder in den Waf- 
fen, oder in der Literatur, oder in der Politik, oder in 
Allem diesem anspiele. Dieses zu erklären, gibt Ricciardi 2) 
sich viele Mühe, was wir hier als blosse Ve-rmuthungexi auf 
sich beruhen lassen. Ist es aber erlaubt nach diesen Schrift- 
stellern noch Ansichten zur Erklärung jener Medaille aus- 
zusprechen, so könnte die Darstellung auch so viel als Ver- 
breitung des Lichts bedeuten, dem der Graf sein thätiges 
Leben gewidmet; oder auf das Sprichwort „postnubila Phoe- 
bus" anspielen, als eine Erfahrung, die uns im Unglück 
nicht muthlos, im Glück nicht übermiithig machen soll, und 
demjenigen, der ihr vertraut, bei allen kVechselfälleu eine 
männliche Haltung gibt. Eine ähnliche Composition wie auf 
obiger Münze hat auch Marc Antonio nach einer Zeichnung 
Rafaefs gestochen. Hier erhebt sich Aurora in der Biga ste- 
hend aus dem Schoose der Thetis. Zwei Iloren zu den 
Seiten leiten die Pferde. Auf diese kVeise hätten sich zwei 
der Entwürfe Rafaefs für die Medaille des Grafen erhal- 
ten, "und da nun beide, dem Charakter der Darstellung und 
der Zeichnung nach zu urtheilen, in dieselbe Zeit wie 
obiger Brief fallen dürften, so erscheint die ausgesprochene 
Vermuthung noch sicherer begründet. 
Einen andern Brief, um dieselbe Zeit wie obiger ge- 
schrieben, richtete Rafael an seinen geliebten Oheim Si- 
mone di Battista di Ciarla in Urbino, folgenden Inhalts: 
1) Antonio Beffa Negrini Elogj de' Personaggi 
Castiglionxa. Mantova, 1606 p. 428. 
2) Antonio Ricciardi Commentarj Simbolici. 
della Fanxiglia.
        

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