Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510927
Die 
Gizlalleea. 
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hätte Michel Angeln, nachdem das Gerüst zur Malerei der 
Lunegtcn weggenommen war, nicht ohne grosse Umstände 
an den hohen Ort, wo sich der Kopf befindet, gelangen 
können. Dieses stehe hier zur Widerlegung einer grundlo- 
Sen Sage, nach welcher Michel Ängelo den Rafael habe 
hofmeistern wollen.  
Das Fllßäßßbildäudeia Galtathea, welches Rafael zu An- 
fang des Jahrs 1514 iJiSEEaEEQTn Saal ausgeführt, ist der 
Erzählung vom Cyklopen, welche Philostrat uns hinterlas- 
sen, entnommen. Dieser lässt Galathea ruhig auf dem Meer 
in einer von Delphinen gezogenen Muschel einherfahren, 
geleitet von einigen jungfräulichen 'l'rit0nen, welche die- 
neud die göttingleiche Nymphe umgeben. Diese hält ein 
purpurnes Gewand, welches der Wind segelartig über ih- 
rem Ilaupte schwillt und sie zugleich beschaltet u. s. w. 
Auf ähnliche WVeise sehen wir im Rafaelisehen Bilde die 
reizende Gestalt der Galathea von- einem Purpurgewaud um- 
geben, wie sie auf einer grossen Muschel steht und die 
vorgespannten Delphine ziigelt, während Amor sie durch 
die grünen Fluthen leitet. In ihrem'Gef0lge befinden sich 
'l'ritonen auf Muscheln und Hörnern blasend, und Seecen- 
lauern, welche freudig Nymphen auf ihrem Rücken tragen 
und durch über ihnen schwebende Amorine zu wilder Lust 
entzündet werden. Sie bilden einen lebhaften Gegensatz 
zur schönen Galathea, die den Blick himmelwärts gewen- 
det, und göttlicher Sehnsucht voll, sich der Führung des 
Gottes der edeln Liebe überlässt. Wir erblicken in ihr 
Schönheit der Seele mit sinnlicher Aumuth verschmolzen, 
eine wahrhaft vergöttlichte Natur; oder  wenn man lieber 
will  eine in die Natur sich herablassende Göttin. Mit 
Schöpferkraft vereinte Rafael in dem herrlichen Kunstwerk 
die Gruppen der verschiedenartigen Liebe zu einem harmo- 
nischen, auf das Höhere zielenden Ganzen; und sein rei- 
cher Genius schwebt gleichsam in überlegener Ruhe über 
der Darstellung, durch die bewundrungswürdige Symmetrie 
der Allonlllllllg, durch die alles überstrahlende und über 
das Irdische erhabene Galathea.  Welchen grossen "Beifall 
dieses Gemälde sogleich nach seiner Entstehung erhielt, er-
        

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