Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510791
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Brumwute. 
Rafael und 
nini erbaut wurden, stand RafaePs Palast mitten zwischen 
den Eingängen derselben. Der Papst erstand ihn 11m 7163 
Scudi 34 bajocchi romani vom Priorat von Malta, welches 
ihn damals besass, und liess ihn zur Gewinnung des nöthi- 
gen Raumes abbrechen. Ferrerio in seiner Sammlung der 
Paläste Roms hat uns indessen eine Abbildung der Fagade 
aufbewahrt und Carlo Fea theilt den Grundriss desselben 
nebst seiner Umgebung mit, wie er in dem Plan des Quar- 
tiers, das der Papst vor dem Niederreissexi der Häuser 
hatte aufnehmen lassen, sich noch in der Bibliothek Chigi 
befindet. 
Hatten wir schon Gelegenheit gehabt zu bemerken, 
dass Rafael des Bramante Rath und Iliilfe benutztef), so 
haben wir-dagegen auch ein Beispiel, dass Bramante den 
Rath Rafaefs suchte und befolgte. Jener hatte nämlich 
nach dem Wunsch des Cardinal Grimani von verschiedenen 
Bildhauern Waehsmodelle nach der im Jahr 15GB entdeck- 
ten antiken Gruppe des Laocoon machen lassen, und zeigte 
sie nun Rafael, um- das beste daraus zu wählen. Vasari 
nennt unter den Mitbewerbern: Zaccheri Zachi aus Vol- 
terra, Alonzo Berughete den Spanier, den Alten aus B0- 
logna und Jacopo Sansovino. Das von dem letztgenannten 
gefertigte Modell erklärte Rafael als bei weitem das beste, 
worauf es in Bronze gegossen wurde. Der Cardinal Gri- 
mani überliess den Guss der Venezianischen Regierung, 
welche ihn in den Saal des Raths der X aufstellte. Im 
Jahr 1534 aber kam die Gruppe durch den Cardinal Guise 
von Lothringen nach Frankreich und ziert jetzt, wenn ich 
nicht irre, den Garten der Tuilerien. 
Von den verschiedenen Schülerin, welche nun scl1aa- 
renweise zu dem hochgefeierten Meister Rafael wanderten, 
soll bei einer spätem Gelegenheit die Rede sein. I-Iier will 
ich nur im allgemeinen erwähnen, wie RafaeYs Genius und 
1) Lomazzo in seinem Tempio della pittura p. 14 theilt uns 
auch die Nachricht mit, dass Bramailte einen Tractat über die Ver- 
hältnisse des menschlichen Körpers und der Pferde verfasst, den er 
nachmals seinem Verwandten Rafael von Urbiuo geschenkt habe.
        

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