Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510784
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Iluus. 
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gleitet." Auch die Färbung des Bildes ist mächtig und 
klar im Ton, nur einige Gcwandtheile haben etwas nach- 
gedunkelt.  
Durch seine bewundrungsxvürcligen Werke, besonders in 
den päpstlichen Zimmern hatte ltafaelts Ruf sich (lurch ganz 
italien verbreitet, "so dass ilun von allen Seiten Aufträge 
in Fülle wilrden und er an Ansehn und Vermögen bedeu- 
tend zunalnn. ln mehreren Beziehungen wurde es ihm nun 
iviinschenswerth ein eigenes Haus zu besitzen. Er wählte 
sich daher einen Platz in Borgo nuovo gegenüber der l'e- 
terskirehe, in der Nähe beim Vatiean und entwarf mit Hiilfe 
des Bramante den Plan zu einem Wohnhaus. Denn auch 
in der Architektur war er bewandert, und hatte durch den 
päpstlichen Baumeister, seinen ihm so ergebenen Lands- 
mann und Freund, grosse Fortschritte darin gemacht. Die 
Irlauptfagailc ging nach dem Petersplatz und hatte drei 
Stockwerke. Das zu ebener Erde zierten sechs dorische 
Halbsäulen, mit einem Thor in der Mitte und Werkstätten 
oder Kaufläden zu den Seiten. Im zweiten Stockwerk 
schmückten kleine ionische Säulen die fiinf Fenster, mit 
abwechselnden spitzen oder gerundeten Giebeln, wie sie Rafael 
nach autik-römischeii Vorbildern gerne anzuwenden pflegte. 
Nischen zu den Seiten der Fenster bereicherten noch die 
Architektur. lm dritten Stock hatten die kleinern Fenster 
eine tiachere, den Antiken entlehnte Einfassung; das Ganze 
krönte ein ionisches Gesimms mit einer Balustrade nach 
RafaeFs eigenthiimlicher Art. Das Wappen Leo X prangte 
über dem mittleren Fenster und sechs Medaillons mit Bild- 
nissen in Relief erhöhten noch den Schmuck der reichen 
Fagade. Diese verschiedenen architektonischen Glieder hatte 
Bramante nach einem neuen Verfahren in einem Art Stuck 
oder Mörtel ausiiihren lassen, was damals als etwas noch 
nicht gekanntes allgemeines Aufsehn erregte. Die Neben- 
seiten nach den Strassen und die Hinterseite nach der 
Piazza de' Busticucci waren imregelmässig, hatten aber den 
Vortheil eines freien Lichts rings umher, so dass das Ge- 
bälldß ganz abgesondert stand. Zur Zeit Alexander's VII? 
als der Petersplatz erweitert und die Säulcngänge des Ber-
        

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