Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510762
Mmlunnlz 
mit 
dem Fisch. 
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sandten an Kaiser lllaximilian, der, ein Freund der Wis- 
senschaften und Künste, ihn zum Dichter krönte und ihm 
denTitcl eines Pfalzgrafen ertheilte mit der Erlaubniss, den 
kaiserlichen Adler seinem Wappen beizufügen. Julius ll 
ernannte ihn im Jahr 1510 zum Bischof von Ragusa. lm 
(Jonclave, in welchem Giovanni de' Medici zum Papst er- 
hoben wurde, versah er die Stelle des Secretairs oder Ge- 
heimschreibers. In der rothen Kleidung dieses Amtes hat 
Rafael ihn portraitirt. Es ist ein feister Herr; sein stark 
Schielender Blick richtet sich beobachtend aufwärts; in der 
Hand hält er eine Feder, bereit das verhandelte schnell 
niederzuschreiben. Die Wahrheit des Ausdrucks und die 
meisterhafte und "sorgfältige Ausiiihrung des Kopfes sind 
erstaunungswiirdig. Die Beleuchtung in vollem Licht erin- 
nert an ähnliche Portraitc von Hans Holbein, von dem Ra- 
fael viclleichtbei Erasmus von Rotterdam, der, wie wir ge- 
sehen, sich damals grade in Rom aufhielt, ein Bildniss die- 
ser Art könnte gesehen haben. Das interessante Bildniss 
des Inghirami schmückt nun den an Meisterwerken so rei- 
chen Palast Pitti. 
Zu den grössern Ölbildern, welche RafaeP während der 
Ausmalung des zweiten Zimmers ausfiihrte, gehört das herr- 
liche Altarblatt für die Kirche, S. Domenico maggicre in 
Neapel, welches in Spanien, wohin es nachmals kam, den 
Namen „Mad0nna mit dem Fisch" erhielt. Wir sehen hier 
die heilige Jungfrau mit dem Christkind auf einem Throne 
sitzend. Dieses legt sein Ärmchen in das vom h. Hiero- 
nymus aufgeschlagene Buch, gleichsam als hätte es mit 
dem Kirchenvater sich über einen Gegenstand der heiligen 
Schrift unterhalten und wolle zur weitcrn Besprechung die 
Stelle festhalten, da von der andern Seite her ein Engel 
angelegentlich den kleinen Tobias mit dem Fische vorstellt, 
der um den göttlichen Segen zur Heilung der Augen sei- 
nes Vaters zu liehen scheint. Die Wahl dieser Zusammen- 
stellung  wird durch den Ort erklärt, "für den das Bild ge- 
1) Da Vüll überaus klugen Kunstrichtern neuerer Zeit bei die- 
sem Genxälde mit Verwunderung ist getadelt worden, daSS Rafael
        

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