Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510658
202 
Die 
im 
Fresken 
und 
Zimmer. 
Vergleichen wir nun mit einander die Malereien der 
beiden ersten Zimmer, in denen Rafael das Höchste er- 
reichte, was je in der Frescomalerei ist geleistet worden, 
so zeigt sich uns im ersteren eine grössere Strenge in der 
Zeichnung, höherer Adel in den Charakteren und mehr Er- 
hebung der Seele, wozu einestheils das 'l'iefsinnige der Ge- 
genstände, besonders im Bild der Theologie, mag beige- 
tragen haben; im zweiten Zimmer dagegen eine grössere 
Meisterschaft in der Ausführung, und zwar ebensowohl in 
der Composition, da im Vierhältniss zum Raum die Figuren 
grösser, die Gruppirung und Beleuchtung massenhafter ge- 
halten sind, als auch in dem breitern, sichern und doch 
geistvollen Auftrag der Farbe und der unübertroffenen 
Schönheit und Wahrheit des Colorits. Den Gegenständen 
angemessen haben letztere Bildwerke mehr Handlung; die 
Bewegungen sind lebhafter und der Ausdruck ist stärker, 
da grössere Gemiithsbewegungen in ihnen dargestellt sind; 
überhaupt herrscht das Dramatische in ihnen vor, daher 
ergreifen sie schneller, sind allgemein fasslicher. 
Die Gemälde im Zimmer della Segnatura dagegen sind 
bedeutungsvoller, psychologisch tiefer, und gewähren daher 
dem in sie eindringenden Geiste eine reichere, erhebendere 
Befriedigung.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.