Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510642
Attila. 
201 
Leo X mit Hiilfe der Schweizer gegen Ludwig XII im Jahr 
1513 gelang, so musste der Papst, statt Leo I nun Leo X, 
nebst seinem Gefolge in den Vorgrund gerückt werden, um 
die Bedeutung zu erlangen, welche er nach der unterge- 
schobenen Anspielung haben sollte. Gingen nun hiedurch 
auch einige mit grosser Lebendigkeit dargestellte Gruppen 
der Hunnen verloren, so gewann dagegen die Darstellung 
einen herrlichen Gegensatz der Ruhe und Milde gegen die 
unbändige Wildheit der Barbaren, so wie das Ganze einen 
weit höhern dramatischen Charakter. Die ziigellosen, alles 
vervsiistenden Hunnen werden durch die mit blossen Schwer- 
tern drohenden Schutzpatrone Roms mit ahnungsvollem 
Schauder erfüllt, und der römische Bischof, der im Be- 
wusstsein göttlichen Schutzes voll Würde und Ruhe auf 
weissem Zelter den Verheerenden entgegenreitet, findet 
bei Attila Gehör. Dieses Frescogemälde gehört auch in 
Bezug auf die Ausführung zu den vorziiglichsten Werken 
Rafaefs; denn wenn schon die grosse Abwechslung der drei 
unter sich so verschiedenartigen Hauptgruppen, die ver- 
ständige, klare Anordnung, die Wahrheit und das Leben 
in jeder einzelnen Figur im höchsten Grade ansprechen, so 
haben wir in der Malerei selbst auch die freie und breite 
Behandlung, die Correctheitder Zeichnung und die Schön- 
heit und Charakteristik des Colorits zu bewundern; dieses 
ist von schöner Portraitwahrheit in dem Papst mit seinem 
Gefolge, von himmlischem Glanz in den erscheinenden Apo- 
steln, von iiackeriger Wirkung in dem wilden Hunnenvolk. 
Im Sockel, welcher den untern Theil der Wände ein- 
nimmt, ordnete Rafael elf Caryatiden, welche gleich Sta- 
tuen von weissem Marmor das gemalte Gesimms imter den 
Gemälden tragen. Sie sind eben so viele schmeichelhafte 
Anspielungen auf die Regierung und die Wohlfahrt des 
Staates unter Leo X. Auch die kleinen Bilder zwischen ih- 
nen, in gelber Bronzefarbe ausgeführt, haben ähnliche Be- 
ziehungen und dienen gleichsam zur nähern Erläuterung. 
ständlich. Schon Giovanni 
die grossen Männer seiner 
der antiken Welt. 
Santi in seinem Gedicht charakterisirt 
Zeit durch die verschiedenen Gottheiten
        

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