Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510628
Petra" 
Befä-eiuny. 
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wir, wie der Bote Gottes, eine himmlische Gestalt, den 
noch träumenden Apostel durch die eingeschlafenen Solda-_ 
ten hindurchfiillrt; links wie ausserhalb des Gebäudes diese 
bestürzt über die lüntweichung erwachen und nachforschend 
herumlaufen. In beiden ersten Darstellungen geht die Be- 
leuchtung vom Glanz des Engels aus, im letzteren 'l'heil von 
der Fackel eines der Wächter und dem schwachen Glanze des 
Mondes im ersten Viertel. Iliedurch entsteht ein eigenes 
Spiel iläehtlicher Beleuchtung, welches Rafael der Wirk- 
lichkeit abgelauscht hatte. Es ist bei den Italienern eins 
der frühsten Beispiele eines Nachteffects, daher es allge- 
meine Bewunderung erregte und auch jetzt noch wegen der 
grossartigen Behandlungsweise bewundert zu werden ver- 
dient. Die Wache habenden Soldaten tragen statt der an- 
tik-römischen Rüstung, wie es sich hier geziemte und wie 
sie Rafael auch sonst anzuwenden pllegte, eiserne Panzer 
und Waffen seiner Zeit, was die von Bellori ausgespro- 
chene Vermuthung unterstützt, dass diese Darstellung eine 
Anspielung auf die ans Wunderbare grenzende Befreiung 
Leo X aus der französischen Gefangenschaft sei, in die er 
als Cardinallegat bei der Schlacht von Ravenna gerieth. 
Wahrscheinlich erhielt selbst Rafael gleich bei der ersten 
Unterredung mit dem neuerwählten Papst den Auftrag da- 
zu, indem seine Befreiung grade im vorangehenden Jahre, 
an demselben Tage seiner Erhöhung zum Pontiiicat statt- 
iand, und er nun, der Freude vbll, seine Geduld im 
Gefängniss, seine wunderbare Rettung und den schnellen 
Wechsel des Glücks auf diese Weise verewigt wissen 
wollte. 
Das vierte grosse Bild des zweiten Zimmers zeigt uns 
den welterobernden Attila, wie er von den Schutzpatronen 
Roms geschreckt, durch Leo I bewogen wurde Italienwie- 
der zu verlassen. Nach den historischen Berichten war es 
Kaiser Valentinian III, welcher" den Bischof Leo, einen sehr 
bßfßdten, Ehrfurcht gebietenden Lehrer der Christen, dem 
Ilmmenkönlä auf seinem Zug gegen Rom im Jahr 452 zur 
{lnterllalllllllng des Friedens entgegensandte. Viele Grosset 
begleiteten LCD; er traf Attila am Flusse Oglio bei der
        

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