Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510595
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Die 
[Hesse 
72012 
Balsam. 
sammentriift, welches in den beiden zuletzt erwähnten, in 
der Art des Giorgione gemalten Portraiten sich bemerklich 
macht. Es scheint daher, dass er die tiefe Färbung dieses 
Meisters auch auf die Frescomalerei anzuwenden suchte. 
Die meisterhafte Behandlung ist zwar weniger streng in den 
Einzelheiten der Zeichnung als in den Gemälden des er- 
sten Zimmers, aber grandioser in den Hauptformen; brei- 
{er im Auftrag der Farben; massenhafter in der allgemei- 
nen Anordnung: der malerische Styl erhält hier zum ersten- 
mal bei Rafael die Überhand. Dabei aber ist das innere 
Leben, sind die Charaktere mit einer solchen Wahrheit und 
Meisterschaft behandelt und das Dramatische des Ilergangs 
ist auf solche Weise hervorgehoben, dass mit Recht dieses 
Gemälde zu allen Zeiten die höchste Bewunderung erregte. 
Rafaefs hoher Genius offenbart sich auch noch besonders 
in der Gruppe des Heliodor, worin die stärksten Alfecte 
dargestellt sind, ohne dass dadurch der Schönheit Eintrag 
geschähe. Hier ist der für die bildende Kunst wichtige 
Grundsatz meisterhaft in Anwendung gebracht, welchen 
Sbhelling  in xiachfolgender Stelle ausgesprochen hatä     
„Der Leidenschaft ist eine positive Kraft entgegenzusetzeil; 
denn wie die 'l'ugend nicht in der Abwesenheit der Lei- 
denschaften, sondern in der Gewalt des Geistes über sie 
besteht: so wird. Schönheit nicht bewährt durch Entfernung 
oder Verminderung derselben, sondern durch die Gewalt 
der Schönheit iiber sie." 
In dem "Bilde des Heliodor stellte Rafael den göttli- 
chen Schutz dar, welcher der Kirche in ihren äussern 
Verhältnissen zu Theil wird; in dem darauf folgenden, der 
Meqge von Bolsena, den wunderbaren Beistand innerhalb 
der Kirche selbst gegen die Bezweifler ihrer heiligen My- 
sterien. Die, hier dargestellte Begebenheit ist aber folgen- 
de: ES S011 Sich im Jahr 1263 unter dem Pontiticat Ur- 
ban IV ereignet haben, dass, als ein an der Transsub- 
stantiation zweifelnder Priester in der Kirche der h. Chri- 
stina zu Bolsena die Messe las, aus der von ihm geweih- 
Über 
der Natur. 
das Verhältniss der bildenden Künste zu
        

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