Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510572
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Ilelioclow. 
von abgehalten wird, während ein anderer herabwirbelnal 
einen Widder zum Opfer niedersetzt. Noch unbedeutender 
ist Jacobis 'l'raum, worin er die llimmelsleiter sieht. Spä- 
terhin löste Rafael diesen Gegenstand auf eine höchst be- 
friedigende Weise durch seinen Entwurf für die Loggien, 
indem wir hier in dem überaus schönen Jiinglingskopf des 
Jacob das hilmnlische Entzücken lesen können, welches die 
Vision in ihm erzeugt. In dem Deckenbild des Zimmers 
dagegen liegt er ohne Anzeichen innerer Bewegung in tie- 
fem Schlaf. Von ausserordentlicher Kraft und Energie ist 
-die Darstellung, wie Gott dem Moses im feurigen Busch er- 
scheint. Vom Glanz geblendet kniet dieser, sein Gesicht 
verhiillend, vor der hochauflodernden Flamme, aus welcher 
eine herrliche Engelsgestalt ihm den ewigen Vater enthüllt; 
dieser, eine bewundrungswviirdig grandiose Gestalt, im Ty- 
pus des Michel Angelo gehalten, ertheilt an Moses Vere 
heissung und mächtigen Befehl die Kinder Israels aus 
Egyptenland zu führen.  
Bei diesen Deckenbildern, wie bei den zwei Wlantlbil- 
dern der Rechtspflege des ersten Zimmers, machte Rafael 
die unangenehme Erfahrung, dass ein Versehen in der Mi- 
schung des Bewurfs war gemacht worden, was zur Folge 
hatte, dass die Farben dieser Bilder alle Kraft verloren. 
Glücklicherweise gewahrte er dies noch frühe genug, um 
zum wenigsten die Hauptbilder der Wände vor gleichem 
Übelstandi zu bewahren. 
Das erste derselben, welches Rafael hier ansiiihrte, 
ist die Vertreibung des Ileliodor aus dem Tempel zu Jeru- 
salem, aus welchem er in Auftrag des Königs Seleucus die 
dort hinterlegten Witwen- und Waisengelder entwenden 
wollte. (Siehe das zweite Buch der Maccabäer Cap.  
WVir befinden uns hier im Tempel selbst, und sehen im HeL 
ligthum den frommen Ilohenpriester Onias mit andern Prie- 
stern kniend und Gott um Schutz gegen die Beraubung fle- 
hend. Auch das Volk in verschiedenen Gruppen um das 
lleiligthum gelagert theilt die Angst und das Flehen ihrer 
Vorgesetzten. Da erscheint plötzlich ein lleiter in goldner 
Rüstung auf geschmücktem Pferd, wie mit der Gewalt ei-
        

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