Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510536
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Die 
und 
Propheten 
Sibyllezz. 
Christenheit herzustellen erbauen; daher ihr Name „des 
Friedens." Im Jahr 1482 übergab er sie der Pllege der 
Domherren des Lateran. Die erste Capelle rechts beim 
I-Iereintreten gehörte Agostino, der nun dem Rafael den 
Auftrag ertheilte, die Wand über der nischenförmigeil Ver- 
tiefung, in welcher der Altar steht, mit Sibyllen und Pro- 
pheten auszuschmücken. Die Kirche S. Maria del Popolo, 
nach dem Plan von Baecio Pintelli erneut, schmückte Ju- 
lius II durch prachtvolle Grabmmlumente in Marmor, die er 
durch Andrea Sansovino für die Cardinäle Ascanio Maria 
Sforza und Girolamo Basso, di Recanati genannt, im Chor 
ausführen liess. Agostino Chigi aber beauftragte Rafael, an 
die Kirche, links, eine neue Capelle mit einer Kuppel zu 
bauen und ein Grabmonilment für ihn darin zu errichten. 
Da indess die Ausführung erst in eine spätere Zeit fällt, 
die Vollendung selbst weder vom Besteller noch vom Künst- 
ler erlebt wurde, so behalten wir uns die xiähern Angaben 
darüber Tür den Bericht über die letzte Lebenszeit Rafaeks 
vor und gedenken hier der Malereien in S. Maria della Pace 
nur um die Beschreibung der Gemälde im zweiten Zimmer 
des Vatican, deren Ausführung in dieselbe Zeit fällt, nicht 
zu unterbrechen 
Auf die Wand über dem Bogen der nischenförmigen 
Capelle ordnete Rafael neben einem Fenster vier Propheten 
mit eben so vielen Engeln und unter denselben die herrli- 
chen Gestalten von vier Sihyllen, in denen wir, nach der 
Angabe des Kupferstichs von Volpato, zuerst links die Cu- 
mäische Sibylle gewahren, dann die Persische, gegenüber 
die Phrygische und zuletzt rechts die alte 'l'iburtinische. 
Himmlische Boten, Pergamentrollen oder Tafeln mit grie- 
chischen Inschriften haltend, belehren sie über göttliche Be- 
Schlüsse. Ein Engelknabe auf dem Schlusssteixi, zwischen 
zwei Engeln kniend, hält eine Fackel, gleichsam als Sym- 
bol des Lichts, ewelches nach dem göttlichen llathschluss 
auch auf diesem NVege den Menschen auf Erden geworden 
ist. Zwar sind die Nachrichten über die Sibyllen und ihre 
Weissagungen sehr problematisch, grossentheils selbst Dich- 
tungen früherer christlicher Zeiten, welche die Kirche
        

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