Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510508
eine 
Maclomwn und 
Zwei 
Familie. 
187 
gehört; die Ausführung ist allerdings sehr ungleich, und 
scheint mit Ausnahme des Christkindes, an welchem der 
Meister selbst dürfte gearbeitet haben, von mehr als einem 
seiner Schüler herzuriihren, auch einer spätem Epoche, als 
das Portrait des Altoviti anzugehören. 
.Zu den Madonnenbildern, welche Rafael in dieser Zeit, 
um das Jahr 1512 hin gemalt, dürfen wohl folgende ge- 
zählt werden. Zuerst nennen wir dasjenige, welches aus 
der Gallerie Orleans in die des Herzogs von Bridgewater 
(auch Stati'ord-, jetzt Sutherland-Gallerie genannt) gelangt 
ist, und öfters mit dem Namen der schönen heiligen Jung- 
dfrau bezeichnet wird. Maria (halbe Figur) hat hier das 
Christkind auf dem Schoose liegen und betrachtet es mit 
der vVOllllCSeligkeit einer glücklichen Mutter. Auch die Be- 
wegung des Kindes ist von ausserordentlicher Anmuth, und 
kaum ist eine schöner bewegte Linie zu denken als der 
obere Umriss von der Schulter bis zu der äussersten Spitze 
des Fusses. 
Leider sehr verwaschen und theilweis iibermalt ist ein 
kleineres Madonnenbild, welches, ebenfalls aus der Gallerie 
Orleans nach England gewandert, sich jetzt in der Samm- 
lung des Dichters Sam. Rogers in London befindet. Das Je- 
suskind auf einer Balustrade stehend, umschlingt hier lie- 
bevoll der Mutter IIals und sieht lächelnd aus dem Bilde, 
Während die heilige Jungfrau es mit Innigkeit an sich drückt. 
Von treiflicher Erhaltung ist dagegen eine heilige Fa- 
milie, welche Ratael dem Lionello Pio da Carpi gemalt. 
Aus der Gallerie Farnese gelangte sie in das Museum zu 
Neapel. Dort befindet sich auch noch der Originalcarton 
zu demselben. In diesem Bilde sehen wir eine der lieb- 
lichen Familiensceneil, denen Rafael stets einen neuen Reiz 
zu verleihen wusste, so dass er, so oft er auch den Ge- 
genstand wiederholte, uns immer wieder überrascht und 
erfreut und einen Reichthum der Erfindung beurkundet, 
wie ihn nie ein Künstler vor und nach ihm besessen. Maria 
lllld die alle Elisabeth haben sich nebeneinander, mit ih- 
ren Knaben im Sehoose in der Nähe einer Ruine nieder- 
äelassell. EPStCre sieht bewundernd und mit gefaltenen
        

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