Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510452
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Mickel Angela's 
Unverträglichkeit. 
geführt wurde. Und dazu hatte Rafael gute Ursachen, 
denn was der von der Kunst wusste, wusste er durch 
mich  Der Ton des ganzen Briefes, wie auch die hier 
mitgetheilte Stelle zeugt von einer grossen Reizbarkeit des 
Michel Augelo, wodurch dieser grosse Künstler von Jugend 
auf in Misverhiiltnissen mit seinen Kunstgenossen lebte und 
unverträglich gegenüber allen denen erscheint, die sich ihm 
nicht gänzlich unterwarfen. Wir wollen uns hier erinnern, wie 
er noch im Garten bei Lorenzo de' Medici seine Mitschü- 
ler zum besten hatte, daher ein zerquetschtes Nasenbeixl 
davontrug;  wie er verhinderte, dass Baccio d'Agnolo 
die Kuppel des Florentiner Doms vollendete, so dass sie 
noch bis auf den heutigen Tag die letzte Zierde erwartet;_ 
wie nach dem handschriftlichen Bericht des Pietro diMarco 
Parenti, im Jahr 1504 seine Statue des David beuv-acht 
werden musste, da Bildhauer, die er verächtlich behandelt, 
sie mit Steinen werfen wollten, und deren etwa acht an 
der Zahl verhaftet wurden;  ,wie hart er die ältern Blei- 
ster behandelte, die einen Ruhm erworben hatten, den er 
bei weitem zu iiberstralen überzeugt war; so den Pietro 
Perugino, den er tölpelhaft und unwissend in der Kunst 
schalt, worüber es zu Klagen vor Gericht kam; so den 
Francesco Francia, dem er ähnliches verwarf, als dieser 
im Beisein vieler Bologneser seine Statue Julius II wegen 
des schönen Gusses lobte, Michel Angelo aber dabei das 
Lob seiner Kunst vernachlässigt glaubte; und als er des 
Francia schönen Sohn sah, diesem sagte: „dein Vater kann 
1) Auch Condivi p. 67. sagt ähnliches in folgendem Zusammen- 
hang: "Michelangelo non fu mai invidioso dell" altrui fatiche ancor 
nell' arte sua, piü per bontä di natura, che per opinione, clfegli 
abbia di se stesso. Anzi 11a sempre lodato universalmenmte tutti, 
etiam Rallaello da Urbino, infra il quale e lul glä fu qualche con- 
tesa nella pittura, come ho scritto: solamente gli ho sentito dire, 
ehe Rallaello non ebbe quest" arte da natura, ma per lungo stu- 
(ll0."_In Bezug auf die Eigenthümlichkeit. beider Meister sagt der 
sonst für Illichel Angele parteiische Vasari richtiger: „La natura 
quando vinta dell' arte per mano di Michelangelo, volle in Rallaello 
esser vinta dalP arte e (lai costumi insieme,
        

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