Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510443
Angela's 
ßliclael 
Kluye 
über 
Rafael. 
181 
Wir kommen noch einmal auf den Propheten Jesajas 
in S. Agostino zuriick, um die unverbiirgte Sage 1) zu be- 
richten, nach welcher der Besteller den für das Gemälde 
verlangten Preis zu hoch fand und daher den Michel An- 
gelo darüber befragte, welcher dann das Werk betrachtend, 
soll gesagt haben: „Das Knie allein ist den geforderten 
Preis werth."  Durch Unvorsiehligkeit eines Saeristans zur 
Zeit Paul IV, der das Bild waschen wollte, wurde es so 
sehr verdorben, dass Daniele dauVolterra den Auftrag er- 
hielt, es herzustellen. Iliedurch hat die Malerei sicher an 
Schönheit eingebiisst, und dürfte dem Miehelangelesken 
Styl noch verwandter erscheinen, als es ursprünglich der 
Fall war.  
Noch haben wir eine andere den Rafael betreffende 
Aussage zu erörtern: Condivi 2) sagt nämlich, dass, nachdem 
Michel Angelo die Ilälfte der Decke der Capelle Sixtina 
gemalt hatte, Bramante auf Anstiften Rafaefs den Papst 
habe überreden wollen die andere Hälfte derselben dem 
Rafael zum Ausmalen zu übergeben. Dieses habe den Michel 
Angelo sehr beunruhigt; die Sache sei aber auf dessen 
Vorstellungen vom Papst zu seinen Gunsten entschieden 
worden. Ähnliches berichtet Vasari, ohne jedoch den Ba- 
fael anzuklagen und alles dem Neid des Bramante zuschrei- 
bend. Dass aber beide Biographen diese Aussage aus Michel 
Angelds eigenem Munde haben konnten, bezeugt eine Stelle 
aus dessen Brief, welchen Sebastiano Ciampi 3) bekannt ge- 
macht hat, und der folgendermassen schliesst: „An allen 
den Mishelligkeiten zwischen Papst Julius und mir war der 
Neid desBramantc und des Rafael von Urbino Schuld; und 
dies war die Ursache, weshalb, um mich zu Grunde zu 
richten, das Grabmonunlent bei seinen Lebzeiten nicht aus- 
1) J. RICIIIIYÖSOII Truitä de Ia, peinture III p. 154. 
2) Ascanio Condivi de 1a ripa 'I'ransone; Vita di ßlicbcl Angele 
Buonarroti. Ruma, 1563. p. 33.   
S) Lettera di lklichelangiolo Bonarroti per giustiiicarsi ßßiifrü 18 
galunne degli emuli e de" nemici suoi sul proposito del sepolcro di 
Papa Giulio II trovata da S. Ciampi. IPirenze 1884. S. p- 7.
        

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