Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510400
Madonna 
lli Hdigno. 
177 
Ein grösseres Altarblatt malte Rafael" ums Jahr 1511 
für Sigismondo Conti aus Fuligno, Geheimschreiber des 
Papstes  der wie es scheint ein Gelübde gethan, der 
Mutter Gottes zu Ehren ein Altarblatt malen zu lassen, 
wenn er von einer gewissen Gefahr durch ein Meteor er- 
rettet würde. Dieses schliessen wir aus der Darstellung in 
der Landschaft des Bildes, welches den Namen der Ma- 
donna di Fuligno trägt. In ihm sehen wir im obern Theil 
die heilige Jungfrau lieblich und anmuthsvoll auf Wolken 
sitzend und von einer Glorie umgeben. Das Christkind sich 
halb in ihren Schleier hüllend steht zu ihrer Seite und sieht 
herab zum Douatar, der kniend in inniger Andacht zu ihm 
emporschailt. Er ist eine herrliche Portraitiigur von ere 
greifender Wahrheit und grandioser Behandlung. Hinter 
ihm steht der h. Hieronymus, ihn der himmlischen Gnade 
empfehlend, ebenfalls eine überaus würdevolle Gestaltgvlinks 
Johannes der 'l'äufer auf den Heiland hinweisend, ein durch 
Kasteiungen in der Wüste abgehagerter, strenger Mann, 
dem Typus entsprechend, wie ihn uns die byzantinische 
Kunst überliefert hat. Vor ihm kniet der h. Franciscus 
und blickt von himmlischer Liebe glühend nach Jesus, in- 
dem er mit der Rechten aus dem Bilde nach der in der 
1) Er entspross dem grossen Geschlecht der Conti aus Anagni, 
welches in Papst Innocenz IlI der katholischen Christenheit eines 
ihrer bedeutendsten Oberhäupter gab. Seit dieser Zeit in Rom an- 
sässig leuchtete. es im Glanz eines die Künste fördernden Reich- 
111111115] bis es 1m Jahr 18Q8_schnell, gleich so manchem andern rö- 
xänsclllfncrl-lziuse erkäschH SlgismondoU ConLi, den Giovanni Sami in 
er e lca 1on an en erzog von rbino als einen    _k ü 
Schriftsteller aus Fnligxlo gebürtig nennt hat eine lälägefliiechtillßslfin 
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ner Zeit, seit dem Jahr 1475, in neun Büchern geschrieben, welche 
Glusnnlano P5351505 in Rom herauszugeben beabsichtigt. Siehe 
Pungileoni p. 111. Sigismondo Conti war Cameriere segreto des 
11313135193 Julillß n, W85 S0 Viel als päpstlicher Kammersecretair heisst. 
auiräl als; gzäänixrc mesmoriet fTAräceli, Roma, 1736 p, 242 hatte er 
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palazzo apostolico war; heutzugaggrVägf  curiablgleliiziihl: Ü: 33:3: 
am 23, Februar 1512. Siehe C. Fea Nuova descriz. de' mon. ant. 
Roma, 1819. p. 72. 
I. 12
        

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